macht doch ja nicht den Bürger des Reichs der Him-mel aus— sondern Rechtschaffenheil, Eintracht,und die Freuden, die der heilige Geist würkt. Werdarin seinen Christusdienst sezt, der ist Gott angenehmund auch der Beifall der Menschen entsteht ihm nicht.
Lasset uns also nach Eintracht und gemeinschaft-licher Erbauung streben. Keiner zerstöre das WerkGottes durch eigensinnigen Gebrauch seiner Freiheit.An sich ist zwar, wie gesagt, alles rein, aber dochwird's dem Sünde, der es nicht mit voller Ueber-zeugung, oder zum Anstoß andrer genießt. Es istalso besser, du essest kein Fleisch und trinkest keinenWein und thuest überall nichts, woran dein Brudersich stoßen, oder wodurch er verführt werden könnte,gegen sein Gewissen zu handeln. Hast du völligeUeberzeugung, so behalte sie für dich und als vor Gott.Elüklich ist der, dem keine Zweifel mehr übrig blei-ben , wenn er etwas für erlaubt halt. Wer aber mitGewissensscrupeln irgend etwas genießt, der ist straf-bar; denn alles, was man nicht mit voller Zuversichtthut, ist Sünde.
XV. Der Stärkere trage also die Schwachheitendes Schwachem mit Gedult und sey nicht stolz auf sei-ne freiere Denkart und höhere Einsichten. Jeder ausuns soll vielmehr dem andern ohne Widerwillen nach-geben, so bald es um Erbauung und Gewiffensruhezu thun ist. Auch der Meßias hat das gethan —„er hat, wie die Schrift sagt, die Lästerungen der„Gotteslästerer mit Gedult ertragen." * Und dieß ist
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