desto freyer aber könne» wir sprechen, um desto eherden Wunsch befriedigen, der gewiß schon in mancherSeele aufgestiegen ist, den sonderbaren Mann kennenzu lernen, von dem so viel seltsames, zum Theil wi-dersprechendes erzält wird.
Meine Absicht ist, ihn als Gelehrten, als Theo-logen und als Christen zu zeigen. Was mir zu die-ser Absicht zu taugen scheint, werde ich erzählen,das übrige verschweige ich, weil es mich zu einer un-nüzen Weitläufigkeit führen könnte.
Ich will also erst da anfangen, wo seine Fähig-keiten sich zu entwikeln anfiengen, weil diese docheinmal die zwar noch unbestimmte Grundlage sind,aus welcher sich alles folgende entwikelt hat. Vonseiner ersten Kindheit giebt er selbst aus der Erzäh-lung derer, die seine Erziehung besorgten, die Nach-richt , daß er als ein Kind auf den Armen in seinemGesicht sehr uniform gewesen, oft lang in eine Ekedes Zimmets hingeschaut habe, und bey aller Aktivi-tät doch ruhiger Art gewesen sey. (Dieß sind seineeigne Worte, die ich jedesmal anführen will, wennsie mir bekannt sind; und wer mit OetingerS Artsich auszudrüken bekannt ist, wird sie jedesmal leichtentdeken.) Damals war er unter der Aufsicht einersehr tugendhaften Jungfer, die ihn nach den strengstenGrundsäzen erzog; und er sagt selbst, daß der Ein-druk, den ihr Ernst auf ihn gemacht, nie bey ihmerloschen sey. Sobald er so weit war, daß ihm einUnterricht gegeben werden konnte; so hielt man ihmO z einen