einen eignenJnformator,der ein gebrechlicherMensch war,ein blödes Gesicht hatte, und sonst überhaupt nichtsehr zum Unterricht der Jugend taugte; doch war esein Mann pon einem guten Herzen, ein wahrhaftiggottesfürchtiger Mann. Von diesem sagt er: Erließ mich unter anderm viele Lieder auswendig lerne»,und einmal zwischen dem sechsten und siebenten Jahrelegte ich mich neben ihm nach Gewohnheit schlafen.Ich mußte einen ganzen Rosenkranz von Liedern vordem Einschlafen Herbeten. Endlich wurde ich etwasungeduldig, und dachte, wenn ich doch auch wüßte,was ich betete! Ich kam an das Lied: „Schwing dich„auf zu deinem Gott, du betrübte Seele!" Nichtsvon Betrübniß wissend wurde ich heftig angetriebenzu wissen, was eS sey, sich zu Gott aufschwingen?Ich bemühete mich inwendig darum vor Gott; undsiehe, da empfand ich mich aufgeschwungen in Gott.Ich betete mein Lied ganz aus, dawar kein Wort,das nicht ein distinkteö Licht in meiner Seele zurük-ließ. In meinem Leben habe ich nichts fröhlichers em.pfunden, und das hatte in folgender Zeit die Wär-kung, daß ich, wenn ein heftig Donnerwetter mitSchlagen und Blizen kam, davor sich mein Vater hin-ter den Umhang des Bettes verbarg, getrost dachte:Ich forchte mich nicht, weil ich weiß, wie man zuGott betet. Dies blieb eine gute Zeit so, und hatteeinen Einfluß auf mein ganzes Leben: denn ich seztees zum Muster, alles, was ich lernte, mußte ich alsoverstehen. Dies verursachte hernach, daß ich meinesInformators schlechte Idee verachtete, und was ich
hörte,