Band 
Erster Band.
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Ferner, wie tief ist meistens das unmittelbareAnschaun, das Sprechen und Handeln des religiösenDichters und Schriftstellers unter seinem Werke, wiespannt uns jenes wieder ab, wenn dieses uns aufge-spannt hatte, wie verwelkt unsre hohe Erwartung.Wir sehen nicht den hohen Schwung der Empfindung,nicht die Eristenz in der unsichtbaren Welt, nicht dasimmer rege Leben, die Elastizität der Seele, —- achalles weit schlaffer, gemeiner, alltäglicher, er kannuns so wenig sagen von dem, was wir am sehnlich-sten zu wissen verlangten, er kann uns so gar nichtsgeben von dem, was wir am meisten bedürften, ersteht so arm und leer vor uns, wir sind betroffen,und wenn ers fühlt, so ist er in der peinlichsten Lage.

Endlich, mein Theurer, muß die beste religiöseSchrift wider die Absicht ihres Verfassers deßwegen sehrimponieren: die Schrift läßt sich so leicht weglesen,es scheint der erste Wurf zu seyn, und in diesem er-sten Wurfe schon Vollendung; man sollte denken, demVerfasser wäre es unangestrengte Natur, so zu schrei-ben , er verrichtete dieß Geschäft mit eben der Leich-tigkeit und Freyheit wie Essen und Trinken, es wäreder Kreis seiner stündlichen und augenbliklichen Ge-danken und Empfindungen, in dem er wie in einemElemente lebte und schwebte -— aber ach wie fällt mirdie entgegengesezte Erfahrung so schwer aufs Herz.Wie muß sich oft der religiöse Schriftsteller anstren-gen und spannen, mit welcher Mühe und Arbeit, mitwelchen ungesehenen Kämpfen muß er Gedanken undEmpfindungen weken, wie ist er genöthigt sich durch

Q - tiefe