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von Corsica.
Das zweyte Capitel.
Ein kurzer Abriß der merkwürdigsten Ver-änderungen, die Corsica in den ältestenJetten erlitten hat.
b gleich die berühmtesten Schriftsteller, dem
Geschmack ihrer Zeiten gemäß, eine iede Un»tcrsuchung von dem Ursprünge der Völker verwor-fen, und ihren Lesern nichts anders, als was deut-lich kann bewiesen werden, vorgestellet haben; so be-kenne ich doch aufrichtig, daß ich es nicht für nöthighalte, eine so übertriebene Neigung zur völligenGewißheit zu unterhalten. Wer sich an unumstöß-liche Beweise, oder was denselben nahe kömmt, ge-wöhnt hat, und niemals etwas als glaubwür-dig annimmt, was er nicht völlig begreifet, derkann leicht stolz und übermüthig auf seinen Ver-stand werden. Das Gemüth erlanget dadurch einegewisse Harte und Widerspenstigkeit, die mit derwahren Absicht unserer Kräfte in diesem unvollkom-menen Zustande nicht bestehen kann, und wird end-lich zur Aufnahme vieler wichtigen Wahrheiten ganzunfähig gemacht.
Doch habe ich allezeit, um nicht in metaphysi-sche Spitzfindigkeiten zu verfallen, davor gehalten,daß selbst die dunkeln und fabelhaften Zeitpuncte un-serer Aufmerksamkeit würdig sind. Die besten Köpfeunter den Alten haben eben so gedacht; und ihreWerke sind deßwegen angenehmer, als wenn sie sich^ D an