von Corsica. 6;
seyn; es mag eine Eroberung von Frankreich; einGeschenke dieses Königreichs an den Papst; wiederein Geschenk des Papsts an die Pisaner; und endlicheine Eroberung der Genueser gewesen seyn; so mußman doch immer noch zu den deutlichen und richtigenGrundsatz zurückkehren, daß die Corsen Menschensind, und also ein Recht zur Freyheit haben, die siezu alten Zeiten, wenn sie iemand derselben beraubet,sich wieder zu verschaffen ein gegründetes Rechthaben.
Man kann bey der Betrachtung dieser auser-'ordentlichen und schnellen Veränderungen, welchediese Insel erlitten hat, dasjenige, was Seneca*)über die Veränderlichkeit der menschlichen Dingegedacht hat, verbinden, und sich bey den Veränderunggen, die einzelnen Personen wiederfahren, voll-kommen beruhigen, wenn man die mannigfaltigenSchicksale einer ganzen Nation überdenket.
Da die Genueser den gewißen Besitz von Cor-sica erlanget hatten, so waren sie begierig ihreMacht zu nutzen, und glaubten, daß dieses nicht an-ders als durch Ausübung der strengsten Herrschaftgeschehen könnte. Was wir lange und sehnlich ge-wünschet haben, erhält endlich in unserm Gemüthe»einen eingebildeten und ausschweifenden Werth;und sobald wir zu den Besitz desselben gelangen, soscheinet ein gemäßigter und vernünftiger Genuß da-von abgeschmackt, und unserer hohen Erwartungwenig gemäß zu seyn. Ja wir sind selbst ungewiß,
ob
*) Ä-v.« äs Lonlolrckoire.