194 Beschreibung
die wilden Schweinshaute blos in der Luft trockenund harte werden und ihre Schuh daraus verferti-gen , ohne das Leder zu gerben. Sie thun diesesblos aus Armuth und Nachlaßigkeit, da sonst dieKunst ;u gerben in Corsica sehr wohl bekannt ist/ unddie Materialien darzu so überflüßig sind, daß mansehr viel Baumrinde nach Italien führet. DieEorfen bedienen sich einer Methode zu gerben, mitden Blattern von wilden Lorbeeren / die sie in derSonne trocknen und zu Pulver schlagen. Dieftsgiebt dem Leder eine Art von einer grünlichen Farbe.So viel ist gewiß, daß man viele Mittel brauchenkann, um das Gerben damit zu verrichten. Aufder Insel St. Kilda gerbet man mit Lormenüll-Wurzel *). <
Man kann sich lercht vorstellen, daß der Zustandder Gelehrsamkeit in Corsica noch sehr schlecht seynmüsse, indem es allezeit die Absicht von Genua ge-wesen ist, die Einwohner dieser Insel in der gröb-sten Unwissenheit zu erhalten, und überdieses die Un-ruhen des Krieges ihnen wenig Zeit übrig gelassenhaben, das Studiren abzuwarten. Die alte Be-merkung, daß die Gesetze unter dem Geräusch derWaffen schweigen müssen, trift auch hier ein, undman kam« von den Musen mit Recht sagen, daßsie der Krieg aus jedem Lande vertreibe.
Paoli, und die Klügsten von der Nation, die erüm Rath fragte, sahen sehr bald ein, daß es, umdas corsischc Volk in einen solchen Stand zu setzen,
worin-
*) vt?r. Kiläs. 214.