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Er empfieng mich sehr höflich, weil mich meinFreund, der Graf von Marfchall, ihm empfohlenhatte, mit welchem ich vorher das Glück gehabt hat-te, einen Theil von Deutschland zu durchreisen.Ich hatte gehöret, daß Herr Rousseau einen Brief-wechsel mit den Corsen unterhielte, und daß sie ihngebeten hätten, ihnen bey der Abfassung ihrer Ge-setze beyzustehen. Ich erzählte ihm, daß ich geson-nen wäre, so bald ich meine Reise durch Italienwürde gemacht haben, die Eorsen zu besuchen, und«h ersuchte ihn, daß er mir ein Empfehlungsschrei-ben geben möchte. Er versprach mir dieses so gleichzu thun, so bald ich ihm nur die Zeit melden würde,wenn ich dahin gehen wollte; indem er wohl sahe,daß meine Neigung gegen die tapfern Bewohnerdieser Insel eben so heftig, als die seinige war.
Diesem zu Folge schrieb ich ihn von Rom imApril 1765, daß ich den Monat September zu mei-ner corsischen Reise festgesetzet hatte, und ihn daherersuchte, mir das Empfehlungsschreiben zu schicken,und im Fall er mir dieses versagete, ich dem unge-achtet dahin gehen, und, allem Ansehen nach, alsein Spion würde gehangen werden, welches er als-denn zu verantworten hätte.
Der einsame Philosoph hielt sein Wort alsein redlicher Mann, und ich empfieng, bey mei-ner Ankunft zu Florenz im Monat August, fol-genden Brief:
Dem