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Tagebuch
„eifriger vor die Republik und wider sein Vaterland„seyn, als er es war„. Hierauf wendete er sich zudem Mensche^, „mein Herr! sagte er, Corsicahat„es zur Regel gemacht, den unwürdigsten von ihren„Kindern zu verzeihen, wenn sie sich ergeben, und„auch alsdcnn, wenn sie gezwungen sind, es zu„thun, wie es ihr Fall ist. Sie sind jetzt der Stra-„fe entronnen, aber nehmen sie sich in acht. Ich„werde ein scharfes Auge auf sie haben, und wenn„sie jemals den geringsten Versuch machen, zu ihrer„Verräthcrey zurück zu kehren, so wissen sie, daß„ich mich an ihnen rächen kann„. Er sprach diesesim Grimm eines Löwen, und man konnte an derfürchterlichen Finsterniß seiner Augcnbraunen sehen,daß seine Gedanken von Rache schrecklich waren.Doch da es vorüber war, so nahm er seine gewöhn-liche freundliche Miene wieder an, und rüste aus:„wir wollen gehen». Er gieng auch so gleich zur Tafel,und war so fröhlich und vergnügt, als wenn sich nichtszugetragen hatte.
Seine Begriffe von der Moralität unserer Hand-lungen sind sehr erhaben und richtig, wie sie denVater einer Nation zieren. Wäre er ein Freygeist,so würde sein Ansetzn bald verschwinden; indem dieMenschen niemals die wichtigen Angelegenheitender Gesellschaft einem solchen anvertrauen werden,von welchem sie wissen, daß er der Gesellschaft, umseines eigenen Vergnügens willen, nur Schaden zu-fügen wird. Er erzählte mir, daß ihn sein Vatermit großer Strenge auferzogcn hätte, und daß er
selten