von den griech. und röm. Sühnopfem. 45
Die Römer hatten eine besondere Art von Aussth,nung, deren Beschreibung man im Dionysius von Halt,karnaß nachsehen kann: indem er von derjenigen redet, wel-che man bey dem Horaz, wegen des Mordes gebrauchet, dener nach seinem Siege begangen. Insonderheit war dieseArt von Aussöhnung nach den Schlachten gebräuchlich.Achilles reinigte sich, wie Arhenäus (Inb. 2. 6 .) be-
zeuget, auf diese Art zu Milems, nachdem er den Stram-belus, einen König der Leleger, getödtet hatte. Als Ae-neas aus der trojanischen Verheerung gieng, so börste ernicht eher seine Hausgötter auf sich nehmen, als bis er sichim Wasser gereiniget hatte.
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Zu den Formalien bey der Aussöhnung der Mordtha-ten, seht der Abt Boists? noch dasjenige hinzu, was beyden eleusynischen Geheimnissen beobachtet ward. Weilman überzeuget war, daß diejenigen, denen diese Geheim-nisse mitgetheilet wurden, ein unschuldiges, heiliges undstilles Leben führeten, in der Hoffnung eines seligen Zustan-des stürben; und daß die ersten Stellen in den elysischen Fel-dern für sie aufbehalten würden 2.
und daß hergegen diejenigen, die zu diesen Geheim-nissen nicht geweihet waren, einer ewigen Finsterniß ausge-setzt blieben: so war es wohl billig, daß auch dergleichenVorzüge, deren man durch die Einweihung fähig ward, et-was kosteten. UebrigenS schien nichts so vernünftig zu seyn,als daß man nach der Aussöhnung der ehemaligen Verbre-chen, ein neues Leben anfienge. Dieß war also auch dererste Schritt, den man zu thun hatte. Gleich anfangsopferte ein Priester, der, wie Hesychius schreibt, bey dieserHandlung Zdranos genennet wurde, dem Jupiter eineträchtige Sau: und nachdem er deren Leder auf die Erde aus-gebreitet, so ward derjenige, der gereiniget werden sollte,
drauf