Band 
Erster Theil.
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44 i- Des Abts Boissy Abhandlung

giengen nach der Weise der Supplicanten, ohne ein Wortzu sagen, bis zum Opfecherde, allwo Jasön dasselbeSchwert, womit er seiner Frauen Bruder entleibet hatte,in die Erde steckte. Ihr Stillschweigen und ihre Stellunggaben der Eirce leichtlich zu erkennen, daß sie Flüchtlingeund eines Menschenmordes schuldig seyn müßten; dahermachte sie sich zu ihrer Aussöhnung fertig. Sie ließ gleichein noch saugendes Ferkel bringen, und nachdem sie es er-würget, rieb sie mit dessen Blute Icrsons und der MedeaHände. . Hierauf folgten einige Wein- oder Milchvergke-ßungen zu Ehren des aussöhnenden Jupiters; woraufsie, nachdem sie das übrige vom Opfer hinauswerfen lassen,auf dem Altare gewisse Kuchen von Mehl, Salz und Was-ser gebacken, verbrannte; und diese Handlungen alle mitden gehörigen Gebethen vereinigte, welche den Zorn dergrausamen Eumeniden besänftigen konnten. Sobalddieses alles vorbey war, hieß Eirce ihre Gäste auf prächti-gen Sesseln niedersitzen, um sie herrlich zu bewirthen. Esist hier aber unnöthig zu sagen, daß sie, nachdem sie ihreNichte! erkannt, dieselbe aus ihrem Schlosse getrieben, ohnedaß sie ihr gleichwohlsonst etwas leides thun dorfte: indemNledea, da sie noch in dem schuldigen Stande gewesen, sieum ihren Schuh angeflehet.

So waren die Gebräuche bey der Aussöhnung einesMenschenmordes beschaffen: die aber nicht allezeit so be-schwerlich gewesen sind, weil es in den ersten Zeiten genugwar, wenn man sich nur in einem laufenden Wasser bade-te, wie uns Gvidius berichtet. Nachdem dieser Dichter(külior. H. 2.) verschiedene Helden erwähnet hat, die aufsolche Art ausgejohnet worden; so verdammet er diese Ge-wohnheit, da man geglaubet, man könne im Wasser dasje-nige Blut abwaschen, womit die Menschenmörder sich be-stecket hatten:

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