von den griech. und röm. Sühnopfern. 47
Gleich anfangs mußte man in eine dem guten Geniogeweidete Capelle gehen: dieß wahrste einige Tage, die zurReinigung bestimmet waren- Man fastete dafelbst, undenthielt sich vorn Weine, ja so gar von warmem Wasser;man badete sich aber oft in dem Flusse Hercyna. Manbrachte dem Trophonrus und seinen Söhnen, dem Apol-lo, Jupiter und der Juno, verschiedene Opfer. Indessenuntersuchten die Aruspiceö fleißig die Eingeweide der Opfer-thiere, um zu sehen, ob der Gott versöhnet sey. In der-selben Nacht endlich, in welcher das Orakel befraget werden *sollte, opferte man dem Agamedes einen Widder: undauch dieses Opfer mußte noch gute Vorbedeutungen anzei-gen. Hierauf führten die Priester denjenigen, der das Ora-kel befragen wollte, an den nächsten Fluß, allwo zweenjungeKnaben, welche deswegen Mercurii, das heißt, Be-diente, genannt wurden, nachdem sie ihn mit Oele gerie-ben, und ihm den ganzen Leib gewaschen hatten, ihn zu denQuellen des Flusses führeten, die nicht weit davon entfernetwaren; und nachdem sie ihm aus der einen das Wasser Le-the, oder der Vergessenheit, zutrinken gegeben, so mußte eraus verändern, das Wasser kNnemossme trinken, damiter sich desjenigen, was er nunmehr sehen und erfahrenwürde, erinnern möchte. Der um Rath Fragende warendlich in Leinen gekleidet, und mit Gürtein gebunden. SeineFüße waren nach der dasigen Landesart bekleidet, und indieser Tracht ward er in die Höle des Trophomus gefüh-rt, wovon pausanias die Umstände erzählet.
Die vierte Gattung öffentlicher Aussöhnungen wardiejenige, deren man sich bey Reinigung ganzer Städte be-dienete. Die meisten Städte hakten einen zu dieser Cere-monie festgesetzten Tag; welches bey der Stadt Rom dersünUe Februar war. Das Opfer, was man dabey brachte,ward izmberbale, oder nach dem Oervius, i^mburbium,genannt, und die Opfer, welche man dabey gebrauchte,hießen nach dem LestUS/^mburbisIes. Außer diesem Feste,