56 n. Des Hn.Boissy und Morin Abhandl..
riczeten sich mir Messern und Pfriemen, nach ihrerweist, bis daß ihr Blut hernach gieng. i Buch derKon. i8- v. 28.
Die Scythen und Griechen machten es im Absehenauf ihre taurische Diana eben so, wie paufanias undplmarch bezeugen, welche uns versichern, daß die Väterin Gegenwart dieser Göttinn ihre Kinder bis aufs Blut ge-staupet; mit diesem Blute aber hätten sie ihren Altar be-strichen, um diese Kinder, entweder wegen ihrer begange-nen Uebelthaten öffentlich zu züchtigen; oder auch nur umsie zur Geduld zu gewöhnen.
Soll man endlich die Wahrheit gerade heraus sagen,und bekennen, daß sie wohl auch zuweilen ihren GötternMenschen geopfert haben; so wird man doch, sagt HerrMorin, bey genauer Untersuchung der Sachen befinden:daß es Kriegsgefangene gewesen, die sie aus Rache, oderzur Wiedervergeltung erwürget, oder um die Schatten der-jenigen zu befriedigen, die im Kriege geblieben waren; unddennoch brachten sie solche noch nicht einmal alle um. DieScythen, solche Scythen sie auch waren, begnügten sicham hundertsten Manne, wie ihnen Herodot das Zeugnißgiebt: andere Völker aber nahmen mehrere oder weniger,nachdem ihr erlittener Verlust groß oder geringe war.
Waren es nun nicht Feinde, die man dergestalt opfer-te, so waren es oftmals Verbrecher, die von der Obrigkeitverdammet worden. Die gewöhnliche Art der Alten, wennsie die Verbrecher strafften, war, daß sie dabey Opfer andie racherischen Götter anstclleten, um das Blut der Un-schuldigen von sich abzuwenden. Die Bedienten des Altarswaren mit bey diesen halb andächtigen und halb politischenHandlungen; entweder um die Verurtheilten zum Tode zubereiten, oder um daselbst gewisse Gebethe zu verrichten:lupplici.1, a lupylicanch), sagen alle Etymologisier:; oder auchum die Werkzeuge zur Todesstrafe, selbst in die Hände derVollstrecker zu überliefern: Veteresenim eoäeiu glacilo vi-llkimas et noceutLs immoIabant; oder auch endlich um deren
Einge-