von den Neokoren. 65
auf den Münzen, einer und derselben Stadt beygelegetwird, erklären soll. Ob das Volk, welches sich auf den-selben, zum andern, dritten und viertenmale Neokoresnennet, von einem einzigen Prinzen mit dieser Würde be-gnadiget worden ; oder ob es dieselbe erst nach und nachvon verschiedenen Regenten erhalten. Herr Vaillant, derVater, welcher diese Sache besonders durchforschet hatte,übergab im ^ozten Jahre eine Abhandlung von den Neo-koren, in welcher er, nachdem er die verschiedenen Mey-nungen der Kenner des Alterthums, seiner Vorgänger, un-tersuchet hat, festsetzt, daß die griechischen Städte sich aufihren Münzen so oft Neokoren der römischen Kaiser ge-nennet haben, so oft sie neue Vollmacht vom Senat erhal-ten hatten, daß sie zu Ehren derselben neue Tempel er-bauen borsten. Wir entübrigen uns hier nur deswegen ei-ner ausführlichem Beschreibung der Beweise des HerrnVaillanc, weil man seine Schrift der länge nach, indemZweyten Bande der Nachrichten finden wird. Alleinwir müssen hier noch etwas von einer andern Abhandlunggedenken .^welche Herr Valors im i7c6ken Jahre von ebendieser Materie gemachet hat, ohne daß er etwas von desHerrn Vaillank seiner wußte. Äufdie Hauptschwierigkeitsind diese zween Schriftsteller beyderseits gekommen. Bey-de führen verschiedene Neokorare der griechischen Städteauf verschiedene Rathsschlüffe zurück, die ihnen dazu dieFreyheit ertheilet hatten. Sie beweisen beyde durch einer-ley Zeugnisse und fast durch einerley Beobachtungen, Laßdie Städte oder Völker, welche sich auf den Münzen zumandern, dritten und viertenmale Neokoren nennen, sol-ches nur nach und nach, und unter verschiedenen Kaisern,gethan.
Allein die Abhandlung des Herrn Valois hat diesesbesonders voraus, daß sie uns zwo Verrichtungen derNeokoren lehret, welche bis dahin, dem Forschen derKunstrichcer entwischet waren.
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