66 iv. Vaiüant und Valois
Die erste von diesen Verrichtungen der Nestoren war,daß sie alle, die in den Tempel kamen, mit Weihwasserbesprengettn.
Die andere war, daß sie mit eben diesem Wasserauch das Fleisch besprühten, welches auf die Tafel desPrinzen getragen ward, und daß sie auf gewisse Weise sei-ne Almosenierer waren.
Diese zwo Verrichtungen hat Herr Valois im Theo-- dorec entdecket. Folgende Stelle zeiget die erste an:
Wenn Theodore! (küb.Z. Lap. 16) von Valenri-nian dem lsten redet, der nur noch erst Hauptmann beyderLeibwache Kaiser Julians war, so lobet er den Eifer, wel-chen er bey einer seyerlichen Gelegenheit und in Gegenwartdes Kaisers selbst, für das Christenthum blicken ließ.„Einsmals, sagt er, wollte dieser unverständige Prinz,„(Julian der Abtrünnige) mit großer Pracht in den„Tempel des öffentlichen SchuhgeisteS der Stadt Antio-„chia gehen; und die zu beyden Seiten stehenden„Nestoren des Tempels besprengten den hineinkom-menden mit dem lVechwasser, wodurch sie ihn zu„heiligen vermeynten. Als nun Valentinen, der als„Hauptmann der Leibwache Julians, unmittelbar vor„ihm hergieng, gewahr wurde, daß ihm ein Tropfen von„dem Wasser auf sein Kleid gefallen war, so schlug er den„einen Nestor mit der Faust, und sagte, er habe ihn be-sudelt, an statt daß er ihn reinigen wolle. Ein solches„Verfahren mußte ihm nun nothwendig den Haß eines solchen„Herrn zuziehen; er empfand auch sogleich die Proben da-„von: denn er ward auf ein Schloß mitten in der Wüsteney„verbannet, atlmo er, nachdem er ein Jahr und einige Mo-„nate daselbst geblieben war, zum Lohne seiner Frömmigkeit„das Kaiserthum erlangte. „
Der Ort, welcher das andere Amt der Nestoren be-merket, steht in des z Buchs 14 Capitel, wo Theodorecdie Geschichte eines jungen Nestors erzählet, den eineDiakonissinn zum christlichen Glauben bekehret hat, und
zwar