98 vm. Des Herrn Bürette Abhandlung
die Regeln, welche sie wegen der geschicktesten Bewegun-gen vorschlägt, die den menschlichen Körper stark, fett, ge-schmeidig und hurtig, oder die Leibesgaben vollkommenermachen können, gänzlich zur Arzneykunst zu gehören. Al-lein sie eröffnet auch zugleich den Nachforschen des Al-terthums ein weites Feld, die sich gern aus dem Grun-de , von den verschiedenen Arten und allen Umständen dieserLeibesübungen, unterrichten und wissen möchten, wie dieAlten selbige getrieben, und wozu sie solche gebraucht, essey nun bey der Religion, oder im Kriege,' oder nur zurbloßen Lust.
Es haben bereits viele Neuere von dieser Materie,theils überhaupt, theils stückweise gehandelt. Von dieserZahl sind Hicronymus Mercurialis (de arte Ovinngsti-ca) Peter du Faur (-'-KomMc,) Loren; Iouberc(clc 6vm,i-,luch Marsrlius Cagnarus (de ssiücat.tuend.) Vossius der Vater (de IV. arrib. popularib.)Meurstus (de Oeclwür? ) und einige andere. Allein,außer daß Ioubert, Cagnarus und Vossius dieselbegleichsam nur obenhin berühret; so haben auch selbst die-jenigen, die sie noch so mühsam untersuchet, weit gefehlet,daß sie sie hätten erschöpfen sollen, noch verschiedene Stückezu erklären gelassen, gewisse Sachen vergessen, die dochnicht hätten sollen »«berühret bleiben, andere Dinge vorge-geben , ohne ihre Gewehrsleute zu nennen, und sich auchin einigen Stücken geirret. Man schweiget hier noch derungemeinen Unordnung, die in einigen von diesen Werkenherrschet, in welchen die Gelehrsamkeit recht aufgehäufet,aber gar nicht recht verdauet zu seyn scheint; daher die-selben für alle diejenigen, welche zu dieser Art von Studiennicht gewohnt sind, sehr »«nützlich und mühsam zu lesensind. Dieses bewog denn vollends den Herrn Bürette sei-nen Vorsatz ins Werk zu richten. Allein, ob er gleich überder Gymnastick arbeitet, so begehrt er dennoch nicht einvollkommenes Werk davon zu verfertigen. Sein Vorsatz istnur, einige genauere und ordentlicher eingerichtete Nachrich-