io6 vm. Des Herrn Bürette Abhandlung
zu bringen. In Griechenland waren die warmen Vadevschon zu Homers Zeiten bekannt: denn in der That ge-denket dieser Dichter derselben an verschiedenen Orten, undunter andern in der Odyssee, indem er das Wohlleben be-schreibt , welches in dem Pallaste des Alcinous geführetward, und auch da wo er erzählet, wie die Zauberinn Cir-ce den Ulysses aufgenommen. Diese Art sich zu badennun, bestund damals darinnen, daß man in einem großenGefäße von drey Fuß, Wasser warm machte, und es als-dann zu verschiedenen malen auf den Kopf und die Achselnderjenigen Person goß, die im Bade saß, und welche manmit Oele salbete, wenn sie wieder aus dem Bade gieng.HerrBürecre bemerkt nach dem Thucydides, daß die an-dern Griechen, von den Lacedämoniern die Gewohnheitentlehnet, bey den öffentlichen Spielen nackend zu erschei-nen, sich bey den Leibesübungen zu salben und mit Sandzu reiben, und endlich diese Spiele mit dem Bade zu be-schließen ; die Lacedämonier aber hatten diese verschiede-nen Gebräuche von den Asrarern erlernet. Er bemerketferner, daß es zu Zeiten des Hippokrares, was seltenesgewesen, bey Privatpersonen Bäder zu finden, und daßdieser Arzt gestehe, daß er in Erwägung dessen sehr oftmalsdieses Mittel zu Heilung verschiedener Krankheiten nichtbrauchen könne, für welche es doch überaus dienlich gewe-sen wäre. Was aber die öffentlichen Bäder betrifft, sowaren sie gemeiniglich mit den 6ymnIlii8 und kala-kinn ver-bunden, wie man sehr leicht aus der Beschreibung abnehmenkann, welche VirruV von diesen Gebäuden machet.
Die Römer, fährt Herr Bürerte fort, fiengen erstziemlich spät an, öffentliche und besondere Bäder bey sichzu errichten; es sey nun, daß sie sich gefürchtet, die Prachtund Weichlichkeit dadurch bey sich einzuführen; oder daßdie Schwierigkeit daran schuld gewesen, in die verschiedenenTheile einer Stadt, die fast auf lauter Hügeln gebauet war,Wa'ser zu leiten. Nur erst im 441 Jahre der ErbauungRoms, leitete man zuerst das Wasser aus dem rusculani-