von den Leibesübungen der Alten. IO7
sitzen Gebiethe durch eine Wasserleitung hinein, welche derCensor Appius Claudius besorgte, nach dessen Namenauch dieses Wasser, ^xpia, genannt ward. Nach dieserZeit vermehrten sich die Wasserleitungen, und man bauetean etlichen Oertern der Stadt, kalte und warme Bäder, dieaber noch der ehemaligen Einfalt ähnlich sahen, wie manaus der Beschreibung sehen kann, welche uns Geneca vondenen Badern hinterlassen, welche Gcipio Africanus beyLimernmn hatte. Nichts aber, sagt Herr Büretke, hatmehr zu der Vollkommenheit und Vermehrung dieser Ge-bäude beygetragen, als die Gewohnheit selbige mit den6/iimgluz und 1'alacüriz zu vereinigen, (an welchen Ortender Zulauf des Volks zu den Leibesübungen, dieBäder unum-gänglich nothwendig machte) und dann der häufige Gebrauchder Aerzte, welche sie bey verschiedenen Krankheiten verord-neten. Jedoch fiengen die Römer erst unter Augusts Re-gierung an, diesen Gebäuden das große und prächtige An-sehen zu geben, welches man noch heute zu Tage, an den Ue-berbleibseln, die man hier und dort davon erblicket, mit Er-staunen gewahr wird. Ammian Marcellin vergleichtdiese Gebäude wegen ihrer ungeheuren Größe, mit ganzenProvinzen: korieiz krouinciarnm inlikir, gumn vlliuL^c-chlicii korma; und man wird sich darüber nicht wundern,wenn man bedenkt, daß sie in ihrer Ringmauer eine unge-heure Menge von Zimmern, langen Gängen, Sculengän-gen, unter welchen die Klopffechter sich zu üben pflegten,Teiche mit quellendem Wasser, Erdwälle, Gärten und Wäl-der, gehabt. Hr.Bürecce geht die vornehmsten dieser römi-schen Bäder durch, z.E. des Agrippa, eines Eidams dcsAu-gustus, seines, welches von gemalten und glasurten Stei-nen gebauet gewesen, wie plinius schreibt; ferner dasBad des Nero, in welches er nicht nur süßes Wasser, son-dern auch sogar Seewasser, leiten ließ; die Bäder des Ca,rrrcalla, welche mit 200 marmornen Seulen, und 1620 der-gleichen Sitzen gezicret gewesen; das Bad des Diocleria-nus, welches an Größe und Pracht alle andern übertraf