von der Trompete. 117
tete, man solle den Feind anfallen; so gab ein anderer auchden Abzug zu verstehen.
Es worein alter Gebrauch beyden Römern, die Stadt-mauren bey Trompetenschalle zu schleifen. Ein anderer be-sonderer Gebrauch der geraden Trompete aber, war, daßsie im Felde den Soldaten die Zeichen zu ihren verschiedenenVerricbrungen ertheilte.
Unter dem Schalle eben dieser Trompeten, hielten auchdie Dicrarores, Consuls, prärores und andere Heer-führer, ihr Siegsgepränge. Sie giengen vor diesen sey-erlichen Aufzügen her, und erfülleten die Luft mit einem Ge-klirre, welches die Freude des Volks verdoppelte. Uebri-gens war die gerade Trompete dem Kriege doch nicht sogar vorbehalten, daß man sie nicht auch noch zu andern Din-gen gebraucht hatte, die gar keine Verbindung damit hat-ten. Die Römer bedienten sich derselben, so wie die Grie-chen thaten, bey der Feyer einiger ihrer heiligen Spiele, undunter andern auch, bey den floralischen Spielen.
Zuweilen bediente man sich ihrer auch bey den Lei-chengeprängen, das heißt, bey dem teichenzuge, und so lan-ge die Spiele wahreren, welche man rund um den Holz-stoß eines Verstorbenen zu Ehren seines Begräbnisses an-zündete. Nach dem Servius hat man sich der gera-den Trompete nur bey den Leichenbegängnissen bejahrterPersonen bedienet, zum Unterschiede mit den jungenLeichen, vor deren Gepränge Floren vorher giengen. Un-geachtet dieser Unterscheidung dieses Sprachlehrers aber,ist es doch gewiß, daß man sehr oft den Klang der Trompe-ten auch mit Flöten vermischet hat, und zwar bey den Lei-chenbegängnissen der Großen und der Kaiser. Man könn-te gar, überhaupt zu reden, sagen, daß bey allen Leichenge-prängen der Römer, sie mögen seyn gewesen weö Altersund Standes sie wollten, allemal auch Flöten gebrauchtworden; indem man bey allen Begräbnissen diejenigen Trau«erlieder gesungen, welche man blaeruax genannt, und diegewiß mit Flöten haben müssen begleitet werden.
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