iz8 xiv. Tilladet
so haben sie doch zum mindesten geglaubt, es habe Menschengegeben, die so ungeheuer groß gewesen, daß ihre Länge,anderer Leute ihre, etliche mal übertreffen.
Einige klügere und behutsamere Schriftsteller, dienicht gänzlich leugnen konnten, daß es Leute gegeben, dieviel größer gewesen, als diejenigen sind, mit denen wir an-seht leben, Habensich bemühet, die Bücher, welche davonhandeln, mit kritischen Augen zu betrachten. Sie habenhierinnen auch der ansehnlichsten, z.E.der heil. Schrift selbst,nicht verschonet, und da sie das Maaß der Riesen, derendieselbe Erwähnung thut, z.E.Ogs, des Königes zu Ba-stln, Goliaths, und einiger andern, auf das genaueste ge-nommen; so haben sie gefunden, daß diese ungeheurenMenschen, gleichwohl nicht über zwölf bis fünfzehn Schu-he lang gewesen. Das Bette des erstem, wovon die Rab-biner: so viel ausschweifendes Zeug erzählen, hat selbstnach den eigentlichen Worten der heil. Schrift nur neunEllen, das heißt, zwölf oder dreyzehn Schuhe in der Längegehabt. Sie yaben auch gar wohl gesehen, daß die Wör-ter Nephilim und Glbborim, welche von den siebenzigDollmerschern durch Riesen übersetzt worden, eigentlich nurLeute bedeuten, die in abscheuliche Laster verfallen, und durchihre Unbändigkeit noch viel abscheulicher sind, als durch ihreLänge. So haben Theodorer, der H. Chrysostomiis,und nach ihnen, unsere gelehrtesten Neuern, diese Wörterübersetzt. Man sieht übrigens wohl, daß der Grund, wes-wegen Josephus und einige andere Kirchenväter nach ihm,geglaubet haben, es hätte Riesen gegeben, offenbar falsch ist:weil sie voraussetzen, dieselben wären aus dem Umgänge derEngel mit den Töchtern der Menschen entsprungen;welches Mährchen sich auf ein Exemplar der siebenzig Doll-metscher, und auf das Buch Enochs bezieht, als welcheanstatt der Rinder Gottes, das heißt, der NachkommenSechs, die sich mit Cains Töchtern verheirathet, das he-bräische Wort durch Engel übersetzt.
Es