i44 XV- Valois
gischen Geschichte der Kinder des Seir ein, welche Herrendieses Landes gewesen, bevor sich Esau desselben bemäch-tigte. Nun haben zwo Ursachen diesen heil. Schriftstellerbewogen, dieses Geschlechtregister vom Hause Seir zu ma-chen- Erstlich weil Seir ein Herr jenes Landes gewesen.Zum andern, weil Dolibama, die dritte Frau des Esau,von dem Seir abgestammet war. Man könnte auch nochhinzusetzen, daß Thamna das Kebsweib des Eliphaz,eine Tochter des Seir war. Diese Betrachtungen sind esunfehlbar, die den Mofts bewogen, in erwähntes Capitel,das Geschlechtregister Seirs des Horitcn abzufassen und dieNamen derer Prinzen zu nennen, die vorhin ehe Esauseine Wohnung in diesem Lande aufgeschlagen, dasselbe be-herrscht hatten.
Nach dieser Ausschweifung von den Honten, kehretMoses wieder zu seiner Geschichte von den Edomitern,und bemerket, daß sie nach der Zeit von Königen, und nichtmehr von Anführern oder Prinzen, beherrschet worden, under sitzt hinzu, daß diese Könige in dem Lande Edom ehergeherrschet, als die Kinder Israel einen König gehabt.Hieraus folget, in der natürlichen Ordnung der Geschichte,daß, diese Könige in Edom seit Esaus Zeiten regieret ha-ben, und daß sie Abkömmlinge dieses Patriarchen gewesensind. Der Beweis, daß es im Lande Edom Könige gege-ben, ehe es noch welche unter den Kindern Israel gab, er-hellet unter andern, aus dem 20 Cap. des vierten B. Mo^-se, darinnen Moses saget, er habe dem Könige zu EdomBothen gesandt, um den Durchzug durch sein Land anzu-halten. Was kann man aber daraus anders schließen, alsdaß dieser König zu Edom ein Nachkömmling vom Esaugewesen, welcher, wie man weis, den Namen Edomgeführet und ihn diesem Lande ertheilet, sobald er eseingenommen.
Uebrkgens sind die Schriftsteller, welche über das er-ste Buch Mose geschrieben, in diesem Puncte alle eins, daßdie Könige von Edom, deren in diesem Capitel erwähnet
wird,