Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

über eine Stelle in der Odyssee. 149

und die See einander nahe sind, und um noch deutlicher zureden, daß die Erde daselbst von dem Meere eingeschlossenwird, und daß folglich ihre Viehweiden nicht groß genugsind, daß die Hirten sich weit verlaufen könnten. So daß einMensch, der den Schlaf entbehren könnte, und doppeltenLohn verdienen wollte, nicht weit zu gehen hätte, um eineHeerde in die Schäferey heimzuführen, und sogleich mit ei-ner andern wieder auf die Weide zurück zu kehren: welcheseinigermaßen mit der ersten Meynung übereinstimmet, dieHerr Boivin angegeben.

Indem nun die Akademie mit der Prüfung dieser ver-schiedenen Erklärungen beschäfftiget war, so schlug der AbtLraguier gleich zur Stelle eine neue Erklärung des letztenVerses

vor, die er durch folgende lateinische Worte übersetzte, xa-res äiebus noÄes ssint, oder noch genauer, xrope, proxi-rns gcceäunt nocle-, et 6io8. Es giebt, sagt er, so vielTage als Nächte in einem Jahre; und obgleich zu einerZeit die Nächte länger sind als der Tag, und zu einer an-dern, die Tage länger als die Nacht, so steht doch zu Endedes Jahres alles in gleicher Verhältniß. Es kann daherHomers Sinn wohl dieser seyn, daß, in einem an Vieh-weiden so fruchtbaren Lande, als das Land derLastrygo-mer gewesen ist, welches dem VieheTag und Nacht Futtergenug darbiethen konnte, ein Hirte der sich des Schlafesenthalten könnte, und den Tag über einerley Art von Vieh,des Nachts aber eine andere auf die Weide führete, amEnde des Jahres doppelten Lohn verdienen würde, weil,wenn man es recht bedenkt, die Zeit der Nächte undTage einander gleich ist.

K z XM. Herrn