Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

,7V XXII. Von Neptuns Beynamm

Gtrabo versichert im i Buche, daß auch dieZTHo^dier den afphalischen Neptun verehret, und er leitet denUrsprung dieses Dienstes auf einen Zufall zurück, der sichvor kurzem wieder zugetragen, und zwar bey der plötzlichenEntstehung einer Insel von zwölf Stadien groß im Mar-schen Meere, zwischen den Inseln Thera und Thcrasia.Nachdem daS Meer, sagt Gtrabo, vier Tage lang mitlauter Flammen bedeckt gewesen, die es gewaltsam bewegten;so kamen mitten aus den Flammen, und durch die uner-meßliche Tiefe des Wassers, eine Menge brennender Felsenhervor, die als so viel Theile eines Körpers, sich neben ein-ander stellten, und die Gestalt einer Insel annahmen. DieRhodier, welche damals zur See sehr mächtig waren, ka-men auf das Lärmen, welches diese Insel machte, indem siehervor kam, hinzugelaufen; sie stiegen auf derselben äus,und baueten sogleich darauf dem Neptun, unter dem Na-men ^iptickion einen Tempel,

Herr Galland brachte im 171O Jahre, in der Akademie ei-nen neuen Beweis von diesem Zunamen des Neptunusvor, und dieser Beweis war noch auf gewisse Weise demZeugnisse der Geschichtschreiber nöthig.

Dieß ist ein metallener Schaupfennig, der von denRhodiern unter dem Antomnus plus geschlagen wor-den. Auf einer Seite sieht man darauf den Kopf diesesPrinzen mit der gewöhnlichen Umschrift: lN 1?- X ^ IL.

L L6. Auf der Gegen-seite steht Neptun neben einem Altare, und hält mit derrechten Hand einen Delphin, und mit der Linken seinen Drey-zack. Neben dem Dreyzack ist noch ein andrer Delphinmit dem Kopfe nach unten, und den übrigen Leib verlangstdem Dreyzack hinauf gestreckt. Um dieses Bild aberherum, liest man: kO^IObl

Dieser Schaupfennlg schien desto merkwürdiger zuseyn, da man sehr wenige findet, die dieRhodier unter denKaisern hätten schlagen lassen, und da dieß das einzige Denk-

maal