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gen, in welcher Homer gelebet hat. Dieser Dichter istlediglich bey seiner Materie stehen geblieben und hat nie-mals in seinem eigenen Namen geredet: er hat auch gar keinevorzügliche Neigung zu irgend einem Theile von Griechenlandblicken lassen, woraus man schließen könnte, er nähmemehr Theil an einer Gegend, als an der andern. DieseUnabhänglichkeit ist eine Folge derjenigen Freyheit, derenzu seiner Zeit die meisten Staaten, es sey in klein Asren,(allwo er schrieb) oder auch in Griechenland, genossen.Denn man muß sich nicht einbilden, daß er nur, um denenPrinzen zu gefallen, die in Thessalien regierten, und folg-lich einige Verwandtschaft mir dem Achilles haben konn-ten, eben diesen Achill, und keinen andern, zu seinem Hel-den erwählet habe.
Mit dem Virgil hergegen ist es ganz anders beschaf-fen, der in seiner Aeneis sich selbst ehren wollen, indem erItalien Ehre erwies, und sich die Gnade des Augustuszuzuziehen trachtete, indem er dessen Ehrgeize schmauchelce.Aus dieser Ursache hat er sonder Zweifel in seine Aeneis al-les eingeschaltet, was er nur in der italiänischen Geschichtevon den ältesten Zeiten an, bis auf die Zeit, da Arneasdaselbst angekommen, schönes und merkwürdiges findenkönnen ; und die Kunst ausgefunden, auf eine sehr sinn-reiche Weise alles hinein zu bringen, was man in der römi-schen Geschichte von des Aeneas Ankunft in Italien, bisauf die Schlacht bey Actimn, die den August in den Be-sitz des römischen KaiserthumS setzte, merkwürdigeslesen kann.
An Homers Ehre nahm ganz Griechenland Theil;und viele Städte stritten sich um den Vorzug diesen großenGeist hervorgebracht zu haben. Virgil hat die Neigungder Menschen an mehr als einem Orte zu rühren gewußt.Das an großen Männern so fruchtbare Italien, hat ihn, fürden größten Dichter angesehen, den es hervorgebracht hat;allein, außer dieser Ursache die es hat stolz zu seyn, hat esauch die Aeneis mit eben den Augen angesehen, damit es
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