272 xiAli. Tilladet, von den Anreden
XI.Hl.
Des Abts Tilladet Abhandlung,
von den Anreden der römischen Kaiser.
auf den Münzen.
Gabe oder Geschicklichkekt Reden zu halten, warbey den Alten viel gebräuchlicher als sie unter uns ist.
Sie sahen dieselbe nämlich als eine Geschicklichkeitan, die einem Feldherrn unumgänglich nothwendig wäre:ja die römischen Kaiser haben sie so sehr hoch gehalten, daßsie sich auch auf öffentlichen Denkmälern dadurch Ehre erwer-ben wollen, so oft sie nur Gelegenheit gehabt, diese Geschick-kichkeit an der Spitze der KriegSheere zu zeigen. Derglei-chen Kriegsreden nun nannte man Anreden, und die ge-wöhnliche Aufschrift auf denen bey dieser Gelegenheit geschla-genen Münzen, ist die Allocutio.
Der Herr Abt Tilladet theilte im Kosten Jahre derAkademie eine chronologische Geschichte dieser auf den Mün-zen der römischen Kaiser bezeichneten Anreden mit. Die er-sten sind vom Taligula. Dieser Prinz wird auf selbigen ineinem langen Kleide auf einer Tribune vorgestellet, von wel- ,eher er vier Soldaten anredet, die als rüstig zum Streite denHelm auf dem Kopfe, und die Schilder in Händen haben. ^
Aus dem Abschnitte liest man: AVLVL. LOH. d. i. AD- !
LOLutio LOblomum.
Die zweyte stellt den Nero vor, auf deren Gegenseiteman ungefähr eben dasselbe Bild und diese Schrift ^
b.OLO1. LOH. findet. Die dritte ist vom Galba, derauf einer Seite in kriegerischer Tracht vorgestellet wird, wieer die Soldacen anredet, wobey in dem Abschnitte nur daseinzige Wort Avl.OLOHO, steht. Die vierte zeigt denNerva auf der Gegenseite einer von dergleichen Münzen, ^
stehend, in einem langen Kleide, wie er auf einem Redner- .i
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