Band 
Erster Theil.
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von Fredegars Werke. Z45

von Frankreich, den Paul Diaconus , den ^linkmar, denGaguin und soviel andere, eben auch treffen?

Nahm nicht einer unserer vortrefflichsten Könige dieseWorte zu seinem Wahlspruche:

V U 1 V 8 ä. V O 8 1K0IL.und weis man nicht, daß in diesem Falle nicht nur jedes Volk,sondern auch jede Privatperson ihre eigene Grille hat?

Es fehlet fast nicht, an Geschichtschreibern und Genea-logisten, die, mit Beyhülfe eines Wortspiels, oder irgend ei-ner Anspielung, uns in gerader Linie vom Könige priamabstammen lassen. Zum mindesten ist es gewiß, daß Aeneas,dieser flüchtige Held, und alle Trojaner die an seinem Schick-sale Theil nahmen, nicht hinlänglich sind, so vielen Völkernzum Stamme zu dienen, als man von ihnen ableiten will;und diese fabelhaften Anfange, können weder der Güte desübrigen Werks, noch der Aufrichtigkeit des Geschichtschrei-bers , zum Nachtheile gereichen: Vruur baec venla i^nti-guNsti vt mitcenäo r^umaua Divinis, primoräla vrblzauAuftivra ftant.

Dieser lwianische Ausdruck kann allen denen Vorwür-fen zur Antwort dienen, die man mehrentheils demjenigenmacht, was Fredegar von des Merovaus Geburt sagt,die er von der Vereinigung von Tlodions Frau mit einemMeergotte, herleitet, und auch wider das was er vom Thil-deric erwähnet. Dieß sind allerdings solche erstaunlicheBegebenheiten, daß sie sich höchstens nur für Romanheldenschicken. Es sind Pöbelmahrchen, die unsere alten Chro-nickcnschreiber mit Vergnügen ergriffen. Vieleicht waren sieauch oftmals gar die Urheber davon, und schalteten sie inihre Werke nicht sowohl als gewisse Wahrheiten, sondernals Zierrathen ein, um die trockene Einheit zu versüßen, dieman in den alten Chronicken findet. Hierbey nun ward nie-mand betrogen: denn das war die erhabene Schreibart der-selben Zeit. Ein jedes Jahrhundert hat darinn seine eigeneArt gehabt, und wenn man das verschiedene Schicksal der

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