von Fredegars Merke. Z47
chen dieses Volk betreffend zu danken, die man weder imGregorius von Tours, noch anderwärts findet. SeineChronick insonderheit, die man ganz allein als sein wirkli-ches Werk ansehen muß, scheint fast nur eine Geschichte derBurgunder zu seyn. Er fängt sie mit dem drey undzwanzigsten Jahre von <§onrrands Regierung an, und erredet sogar von deffen Vätter, dem australischen KönigeThildebert, nur in soweit er mit den Vorfallen dieses Volkeeinige Verbindung hat, oder nachdem dieser junge Prinzselbst auf den burgundisthen Thron gefolget war. Wenner die Jahre zählet, so rechnet er allezeit nach der Regie-rung der burgundisthen Könige, wie Gregorius vonTours nach den austraststhen Königen, weil die StadtTours unter dieselben gehörte. Nachdem nun Thildebertnach seinem Tode seine Staaten seinen zween Söhnen gelas-sen, so vernachläßigt unser Schriftsteller dasjenige zu erzäh-len, was sich mit dem austraststhen Könige Theodeberczugetragen, ungeachtet er der älteste war, und fährt in seinerGeschichte mit des Königes Theodorichs Regierung fort,der doch nur der jüngste war; allein er regierte in Burgund.Auch von Tlorarius dem ll. redet er nur nachdem er sich desBurgundisthen bemeistert und die ganze Monarchie unterseine Herrschaft vereinbaret hatte.
Was die Zeit betrifft, in welcherFredegar gelebet hat,welches eine noch wichtigere Sache ist, von welcher zuweilender ganze Werth eines Geschichtschreibers abhängt; so mußman das Buch'selbst zu Rathe ziehen, welches unter demNamen von Fredegars Chronick bekannt ist.
Dieß Werk nun enthält iz? Capitel, welche bey demdrey-oder vier und zwanzigsten Jahre von des Königs Gon-trands Regierung anfangen, das heißt, seit dem 584 bisan das 7öS Jahr. Lredegar handelt darum von den Hän-deln der Franken, Burgunder, Gorhen und Longo-barden. In der Vorrede sagt er, er habe nichts geschrie-ben, als was er zu seiner Zeit gesehen, was er von glaub-würdigen Zeugen ersahren, oder was durch die Lesung der
Beschicht«