348 n Vertots Vertheidigung
Geschichtschreiber, zu seiner Wissenschaft gekommen; wel-ches vermuthlich von den ausländischen Sachen zu verstehenist, die die Gorhen und Longobarden betreffen:Aegmn et belln Oeinium gune geilerunt, legenfto liinul etauäienäs, ant etinm viclenclo, curufta gune certiftcatus co-Auoui, in bujns libelli voluinine icribers non lilui.
Nun ist es nicht wahrscheinlich, daß Fredegar dieje-nigen Vorfalle mit Augen sollte gesehen haben, welche in solanger Zeit in unserer Monarchie vorgefallen sind, manmüßte denn in Conrads Zeitrechnungsfehler verfallen und indes Lichtenaw seinen, der unter dem Namen des Abts vo»Ilrsperg noch bekannter ist. Denn dieser Schriftsteller,der ebenfalls eine Chronick zusammen getragen, legt sich nichtminder als hundert und sechszig Jahre bey, wenn man auchgleich setzt, daß er bereits im ein und zwanzigsten Jahre zuschreiben angefangen. Denn auf das 1099 Jahr erzählt er,daß er mit dem Gottfried von Bouillon die Reise überMeer gethan. Im 1102 Jahre ist er, wofern man ihm glau-ben will, zu Rom gewesen, als der Pabst Pascha! der II.Kaiser Heinrich den V. feyerlich in den Bann that. Imno6 Jahre hat er den Cometen gesehen, der damals erschien.Von dem 1117 und 1125 Jahre erzählt er allerley Begebenhei-ten und, indem er den Rest dieses Jahrhunderts mit einstüberhüpft, so merkt er an, daß er im i2oosten Jahre denPredigerocden angenommen und im rsiz Jahre Abc von Ur-sperg geworden.
Um nun diesen Rechnungsfehler aus einander zusetzen,so muß man nur feststellen, daß die Abschreiber den Raineneines Hauptscribenten vor eine Sammlung verschiedenerChronicken gesetzt, und daß, da ein jeder Schriftsteller alle-mal in der ersten Person geredet, lllZ» veni, Lgo vicli erc.man daher einem einzigen Geschichtschreiber alles das beyge-messen, was doch ihrer vielen zukam.
Eben so ist es auch dem Fredegar gegangen, welcherganz gewiß nur die 90 ersten Capitel seiner Chronick geschrie-ben hat, und welcher folglich, nach dem Herrn Valcstus,
nicht