4i8 Lxxi. Dom Mabillons
über die stebenzig Dollmetsther gefraget, in welchem die-ser Verfasser von der Allgemeinheit der Sündfluth redet.
Nachdem er nun dergestalt der Welt von seiner italiä-nischen Reise Rechenschaft gegeben, so theilte er im röyostenJahre eine zweyte Ausgabe vom h. Bernhard mit, wel-che fast fünfzig Briefe mehr enthielt, die mit einigen neuenvorläufigen Abhandlungen und neuen Anmerkungen beglei-tet waren.
Kaum war er mit dieser Arbeit fertig, als seine Obernund einige hohe Freunde ihn bewogen, sich über eine gewisseFrage zu erklären, die damals die Stimmen theilte. Esfragte sich: ob den Mönchen das Studieren erlaubt wäre,oder ob die Einschränkung ihres Standes ihnen solches un-tersagte? Der Herr Abt de la Traps hatte sich für dasletztere erkläret; und der Beyfall dieses berühmten Einsied-lers, legte fast beyden Theilen ein Stillschweigen auf, alsDom Mabillon seinen Tractat von dem klösterlichenStudieren 1691 ans Licht gab. (in 4to, es giebt aucheine Ausgabe in zween Duodezbänden) Einen Theildavon wendete er an, die Nothwendigkeit der Studien einesOrdensmannes, aus des Bastlius, Chrysöstomus, Hiero-nymus, Augustinus und Gregorius Beyspielen; ausdem Ansehen der Kirchenversammlungen, aus derKirchen-väter einhällrgen Meynung, und aus der beständigen Ge-wohnheit der ältesten Klöster, zu beweisen. In dem übri-gen Theile des Werks, setzt er die für die Einsamen gehöri-gen Studien fest, und schreibt ihnen die Art zu studieren, un-fehlbar nach der Art vor, deren er sich selbst bedienet hatte,und welche von den Kennern für so trefflich gehalten ward,daß der Tractac vom klösterlichen Studieren sogleichin andern Landern nachgedruckt und in fremde Sprachenübersetzt ward.
Der Streit über dieser Sache ward indessen dadurchnur lebhafter und hitziger. Der Abc de la Trape antwor-tete mit einer Kunst, die den Nutzen seiner Studien verrieth,und auf diese Antwort folgte eine Gegenantwort, welcher
Dom