Band 
Erster Theil.
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443 I-XXV. Thomas Corneillens

er eine Menge spanischer Stücke auf die Bühne, von denenman nicht glaubte, daß ihr Witz und Scharfsinn beybehal-ten werden könnte, wenn man sie von den Fehlern und denenihnen eigenen Erdichtungen saubern wollte, die unsere Bühnenicht verträgt. Von dieser sinnreichen römischen aber über-triebenen Denkungsart, hat er sich in dem Unbekannten, undeinigen andern Stücken, an die ungekünstelte, lehrreiche, undangenehme Schreibart zu halten gewußt, welche verursacht,daß sie das Jahrhundert, darinnen sie entstanden sind, schonfast überlebet haben.

Er übte sich auch noch in der singenden Dichtkunst,und wir haben drey Opern von ihm, die keinem von derglei-chen Werken etwas nachgeben.

Des Herrn Corneille dramatische Werke, sind in einerSammlung, nach ihrer Zeitordnung gedruckt. Zu Parts,in den Provinzen und in fremden Landern hat man sie zuverschiedenen malen aufgelegt. Die parisischen Ausgabensind vom 1682,1692 und 1706. Diese letztere und richtigste,ist auch die vollständigste; allein sie würde noch mehr enthal-ten, wenn Herr Corneille ihr alles das hätte beyfügen wol-len, was er, wie man weis, unter andern Namen herausge-, geben hat. Gleichwohl ist diese Sammlung überaus stark,und auch ein so langes Leben, als das seinige gewesen, scheintkauin hinlänglich dazu zu seyn. Vierzig theatralische Stückehaben zum wenigsten nur den kleinsten Theil seiner Zeit hin-genommen, und was vieleicht noch glücklicher für ihn ist, sohaben sie fast nur seine Jugendjahre beschäfftiget.

Die Uebersehung einiger Bücher von HvidsVerwan-delungen und Heldenbriefen, erwarb dem Herrn Cornerlleeben noch den übrigen Theil der poetischen Ehre, die er sichnoch wünschen konnte, als er seinen vortrefflichen Bruder,den großen Corneille verlor: denn waruin sollten wir ihnnicht so wohl als das gemeine Wesen, den großen Cor,neille nennen und zwar in" dem Leben eines Bruders, derselbst die süße Gewohnheit hatte ihn so zu nennen?

Der