Band 
Erster Theil.
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Leben. 4Zl

dezbanden heraus, und Herr Corneille, welcher bis dahinvieleicht nur für einen Dichter war gehalten worden, wardbald als ein trefflicher Sprachkundiger erkannt. Insonder-heit bewunderte man, wie doch ein Mann, der sich seinLeben-lang mit prächtigen und zeitkürzenden Materien beschäffcigetund selbige allemal mit einer Fertigkeit abgehandelt hatte, dieder hauptsächlichste Character seines Geistes war, sich mit-einst und mit so vieler Richtigkeit, in die verdrießliche Be-schreibung der Partickeln und Wortfügungen eingelassen hat-te, die man einigermaßen die Anatomie einer Sprache nen-nen kann.

Das gute Glück bey diesem Unternehmen leitete ihnnoch auf was grösseres. Die französische Akademie ließihr Wörterbuch drucken, in welchem sie nicht für nöthig er-achtet die Kunstwörter einzuschalten, welche, ob sie gleich un-bekannter sind, als die gemeinen Wörter einer Sprache, inder That eine Untersuchung erforderten, die der Akademieihre Sache nicht war. Herr Corneille übernahm also einbesonderes Wörterbuch davon in Gestalt eines Anhanges zuverfertigen, und arbeitete so ämsig daran, daß es 1694 zugleicher Zeit mit der Akademie Wörterbuche herauskam, un-geachtet es ebenfalls in zween Foliobanden bestand. DieWelt hat beyde Werke mit gleicher Erkenntlichkeit aufge-nommen , und da sie immer neben einander gestellet werden,so erkläret man sich genugsam für den Herrn Corneille, ohnedaß wir etwas mehrers davon sagen dörfen.

Drey Jahre drauf, nämlich 1697, stellte er eine Ueber-setzung in Versen von fünfzehn Büchern der Verwandlun-gen ans Licht, davon er ehemals nur die sechs ersten heraus-gegeben. Von allen Werken, die wir von alten Dichtemnoch übrig haben, ist keines, das von verschiedenerer Materiewäre, und dessen Nutzen allgemeiner erkannt würde. Eshaben sich auch fast alle Völker bestrebet, selbige zu überse-hen : die Griechen selbst haben es einer Uebersetzung in ihre

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