Band 
Zweyter Theil.
JPEG-Download
 

von den Freyfttaten. 49

in die andern Tempel, um die Freystate zu mksbrauchen,und seinen Verbrechen die Unstrafbarkeit zu erschleichen.

Es ist wohl wahr, daß die Fehler die man aus einerunvermeidlichen Nothwendigkeit geschehen zu seyn glaubte,verzeihlich zu seyn schienen. So giengen auch die Furien,welche den Orestes allenthalben verfolgten, nicht mit inden Tempel des Apollo, dahin er geflüchtet war: vltri-cesgue ieäeat in iimine dirs- ( Virg. beneid. I>. 4. ) Erward auch endlich durch den Ausspruch der Götter losge-zählet. Die Sache derer, die durch eine ungerechte Machtunterdrückt wurden, als derer Sklaven,(f) die von grausa«wen Herren zu sehr gemiöhandelt waren, derer Schuldner,die von den Gläubigern zu hart gehalten worden, derer Bür-ger, die vom gewaltigen Rathe oder verhaßten Tyrannenverfolget wurden, war noch viel vortheilhafter. (kim. inKomulo.) Nur auf diesen Fuß scheint plmarch dieFreystatt des Romulus zu billigen r und die Freystatt derpalischen Götter in Sicilien war auch nur darauf gegründet.Nach diesem Triebe der Menschlichkeit gestatteten die Rro,koniaren, auf des pythagoras Zureden, den Gabari-ten, die zu den Füßen ihrer Altäre geflüchtet waren, ihrenSchuh. ( Diod. 8iö. b. 12. u. 2l.

Die Freystäte würden viel ehrwürdiger gewesen seyn,wenn sie sich allezeit in so billigen Gränzen erhalten hätten:allein es hat sich der Misbrauch oft mit eingeschlichen.Selbst die schon zum Tode verurtheilten Verbrecher, warenzuLacedämonin der Pallas Tempel sicher (ff). Die muth-willigen Bankeroutirer fanden die Erlafsung ihrer Schul-den', und die Nachsicht ihrer Unredlichkeit, in dem kalido-nisthen Tempel in Aerolien(M). Die flüchtenden Sklavenerlangten ihre Freyheit in dem Tempel der Göttinn Hebe zuPhlius, u. der Diana zu Ephestrs.sLic. 6. mVsr-rem.)

August und Tiber hatten genug zu thun, daß sie die-sen Unfug hemmeten; indem der Pöbel dafür eingenommen

war,

Cf) kurip. in kkoenitl'. kolyb. L..4. sfff> Lorinck.

UTH.derGesch. D