Band 
Zweyter Theil.
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von den Freyftätten. 5l

gen, noch das Ansehen der Ceremonien. Die Wunderwerkeund Zeichen erweckten die Ehrfurcht und Andacht des Pöbelsnoch mehr: folglich gab es nicht leicht eine berühmte Frey-state, davon man nichts wundersames erzählte. In eini-gen , verwehrte der Wind niemals die Asche auf dem Al-tare; in andern, regnete es niemals, ungeachtet sie ohneDecke waren, (f) Die abergläubische Einfalt des Volksnahm alle diese sogenannten Wunderdinge blindlings an;und der eigennützige Eifer der Beamten bey der Religion,behauptete dieselben aufs hitzigste.

Die allerältesten Freystäte wurden in den geweihtenWäldern errichtet, welches die ersten Tempel gewesen sind-Die sage dieser Oerter, welche von der Natur selbst befe-stiget waren, sicherte den Aufenthalt der Flüchtlinge. So-bald man nun Gebäude zur Bequemlichkeit und Pracht derCeremonien, aufgeführet hatte, so ließ man diese Büschestehen, und pflanzte sogar andere um die neuen Tempel her-um; es sey nun zu einem angenehmen und nützlichen Zier-rathe, oder als fromme Denkmäler des Alterthums, denenman ihre alte Freyheit ließ. So wurden denn die Frey-stäke erweitert. Nach der Zeit nahmen sie durch die Auf-führung verschiedener Gebäude zu, die theils zur Wohnung,für die Diener des Altars; theils zur Auszierung der Tem-pel dienten, und gleicher Vorrechte genossen. Die Städtedie daherum angelegt wurden, und alle dem Dienste derGottheit geweihet waren, die man daselbst anbethete, mä-steten sich dieses Vorrechrs auch an; ja zuweilen trieben sieihre Federungen bis auf die Gränzen ihres Gebietheshinaus. I-ivius Decsch 4. Illib.

Da die Bildsäulen der Götter der heiligste Theil desTempels waren, so grenzen die Flüchtlinge, dieselben zuumfassen, und setzten sich auch wohl auf die Altäre, damitman noch mehr Bedenken trüge, sie wegzureißen.(ff) Alleinda sie nicht lange in dieser Stellung bleiben konnten, so er-laubte man ihnen im Tempel zu bleiben, oder in denen da-

Da zu

tf) Oecsil. Z. H 4. vioä. 8ic. I.ib. n.