von den Tafeln der alten Griechen. 67
Als Gokrares in dem Gastmahle Xcnopbons merk-te, daß seine Freunde ine Trinken kamen, so hielt er ih-nen eine schöne Rede, um zu beweisen, wie man trinkenmüsse. „Er sagt ihnen, dieses Getränk thut bey unseben die Wirkung, die der Regen bey den Pflanzen thut.Denn wenn Gott die Pflanzen mit einem gar zu großenRegen tränket: so können sie sich nicht mehr erhalten, nochvon den Zephkren bewegt werden; wenn sie aber nur mä-ßig benetzt werden, so stehen sie gerade auf ihrem Stengel;sie wachsen, sie tragen Blumen, und diese verwandelnsich bald in Früchte. So auch wir, wenn wir übermäßigtrinken, so fangt unser Leib sogleich an zu taumeln. Weit„gefehlt, daß wir ein Wort reden können, so können wir„kaum Othem holen. Bedienen wir uns aber des Wei-„nes als eines Thaues, damit ich mich der Worte des„Gorgias bediene, und schenkt man uns oft ein, aber„nur wenig auf einmal: so wird er, anstatt uns zu Bo-„den zu reißen, Reizungen einer angenehmen Ueberredung„bey uns haben, und uns unvermerkt bewegen, angeneh-„me und nützliche Sachen zu reden. "
In diesem Sinne sagt Horaz, daß Cato zuweilenseine Tugend durch den Wein belebet habe:
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Diejenigen, die das Gastmahl des plaro ge-lesen haben, werden unfehlbar sagen: die Gespräche, wel-che die Gaste daselbst halten, waren sehr frev und unge-bunden. Von der Liebe, als der Hauptmaterie darin»,bringt man allerley Sätze vor, die sich für die Ernsthaf-tigkeit derer Weltweisen, die bey diesem berühmten Festezugegen sind, sehr schlecht schicken. Allein man antwortetihnen, daß Gokrares, als der weiseste in der Gesellschaft,das Wort zu führen anfängt, um dasjenige wieder gut zumachen, was die andern zu frey gesprochen hatten: undum die Gaste unvermerkt von der Liebe zu den Geschöpfen,
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