Band 
Zweyter Theil.
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von dem Ursprünge der Saturnalien. 69

den größten Theil von Asien und ganz Europa beherr-schet. Er war des Uranus und der Tiraa Sohn, dieihre Namen dem Himmel und der Erde gegeben. DieGewalt, die er seinem Vater gethan, ist diese, daß erihm seine Kebsweiber auf Antrieb seiner Mutter entführet,die dieselben nicht leiden konnte. Da er der Zauberey er-geben war, so wie sein Vater sich der Astronomie beflissenhatte: so brachte er seine Kinder bey den nächtlichen Opfernum. Rhea, seine Gemahlinn und Schwester, retteteden Jupiter, undließ ihn auf derJnselRrera heimlich er-ziehen ; der, als er zu männlichen Jahren kam, seinenVater, welchen die Titanen der Titäa Söhne, gefangenhielten, errettete, und sich seines Reiches bemächtigte. Sa-rurnus,der sich mit den Titanen vertrug, um nur wiederauf den Thron zu kommen, ward zusammt ihnen vom Ju-piter überwunden, und mußte sich eine lange Zeit verbor-gen halten. Man glaubte, er wäre todt, und sagte, nachArt der Dichter, er sey in die Hölle gestürzet worden.Dieser Krieg ward unter dem Namen des Krieges der Göt-ter mit den Riesen, gefeyert. Saturn aber, der sichzum Janus, Könige der Adoriginer, nach Italienbegeben, ward von ihm wohl aufgenommen, und regierteseine Völker, die fast wilde waren; er ordnete ihre Sitten,und gab ihnen Gesetze, lehrte sie den Acker bearbeiten, underfand die Sense zum ärnten, die auch sein eigen Kenn-zeichen blieb. Der Friede und Ueberfluß, die man unterseiner Regierung genoß, ertheilte dieser glückseligen Zeit denBeynamen der goldenen. Und eben um deren Andenkenzu erneuern, setzte man das Fest der Saturnalien ein, vonwelchem der Herr Simon im 1712 Jahre der Akademieeine Abhandlung vorgelesen.

Man bemühete sich insonderheit bey diesem Feste dieGleichheit vorzustellen, die zu Zeiten Saturns unter denMenschen geherrschet; die unter dem Gesetze der Natur ohneallen Unterschied der Stände gelebt: indem die Knechtschaftsich in der Welt erst durch die Gewalt der Tyranney ein-

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