Band 
Zweyter Theil.
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von dem Ursprünge der SaturnalLen. 71

keln Ausdrücke des Orakels veranlassten sie, diesen zwofinstern Gottheiten menschliche Schlachtopfer zu bringen ;indem sie dieselben auf eben die Weise auslegten, wie esbey vielen andern Völkern gebräuchlich war, nämlich beyden Larchagmensern, Tyriern, ja bey den Juden selbst,welche diese grausamen Opfer von den Ammonitern erlern-ten; deren Gott Moloch, das heißt Aönig, nichts an-ders, als Samrnus war. Man sagt, Herkules habediesen barbarischen Gebrauch, der bey den Sarurnalienim Schwange gieng, abgeschafft. Da derselbe bey seinerRückkunft aus Spanien, durch Italien gieng, so ärgerteihn diese Opferung lebendiger Menschen: er wollte dieUrsache davon wissen, und da erzählte man ihm daß do-domfihe Orakel (c). Herkules legte das Wortso aus, daß es Bildnisse von Köpfen bedeute, und dasWörter«, welches sie auf Menschen gedeutet, erklär-te er durch Lichter: also wollte er, man solle dem Plutomenschliche Figuren, und dem Saturn Kerzen opfern.Dieß ist der Ursprung, den man von dem Gebrauche an-führet, welchen man bey den Garurnalien beobachtete:da man nämlich Kerzen anzündete, und dieselben zu Geschen-ken brachte.

Noch etwas besonders', bey dem Feste der Saturns-lien war dieß, daß es mit entblößten Häuptern geftyertward. plurarch giebt davon diese Ursache an, daß derGottesdienst gegen den Saturn älter sey, als die Erfin-dung, sich das Haupt bey den Opfern zu bedecken, die erdem Aeneas schuld giebt. Allein was noch wahrscheinli-cher ist, ist dieses, daß man nur für die himmlischen Göt-ter das Haupt bedeckte; und Saturn war ein unterirdi-scher Gott.

Die Bildseule des Samrnus, welche das ganzeJahr mit wollenen Binden gebunden war, welches unfehl-bar zum Andenken der Gefangenschaft geschah, in welcherihn die Titanen und Jupiter gehalten, ward in währen-

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(c) Dionys. lH. l 17.