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74 xn. Blanchards Abhandlung,
XII.
Hw. Blanchards Abhandlung, '
von den Gebräuchen der Römer bey '
Grundlegung der Städte. 1713. ^
kL^^atten die Dichter sich daran begnüget, daß sie uns T> oie Namen derer großen Männer genennet hatten," rwelche die ersten Städte der Welt erbauet haben;und daß sie uns die andächtigen Gebräuche erzählet hät-ten , die sie bey dergleichen Gelegenheiten beobachtet haben: ,
so härte man oftmals historische Umstände erfahren, welche tdie Jahrbücher der Völker nicht allezeit beybehalten haben; sund alsdann hätte man die bloßen Wahrheiten dem Wun- §derbaren vorgezogen, das sie oftmals in diese Sache einge- kmengt haben. Die Wunderwerke, die Orakel, und der jisichtbare Beystand der Götter, die begleiten allezeit in sok-chen Werken, diese Art von Unternehmungen. So wird v
das feste Schloß zu Korinth, nicht von bloßen Arbeitern -
gebauet; sondern es ist, nach den Dichtern, ein Werk der ,
Cyklopen: uud die Leyer Amphions ganz allein setzt die ,,
Steine in Bewegung, um sich von selbst um die Stadt ,>Theben herum zu stellen. Jedoch wir wollen dieses Wun- k
derbare, welches der Dichtkunst eigen ist, fahren lassen, >
und nur aufrichtig bey den Geschichtschreibern nachsuchen:was für Zierlichkeiten denn eigentlich die Religion undPolitik bey den Römern eingeführet gehabt, wenn sie denGrund zu einer Stadt geleget. Die Religion hatte zurAbsicht, unter den neuen Einwohnern, durch einen ein-stimmigen Gottesdienst , die Einigkeit zu erhalten: und 1
die Politik suchte sie vor der Eifersucht benachbarter Völker, ,
die eine solche neue Einrichtung immer in Sorgen setzte, in ,
Sicher-