Band 
Zweyter Theil.
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88 xm. Hn. Morins Abhandlung, von re.

Nicenischen, welches der große Constantin berief, die Legatendes Pabstes diesem Kaiser zur Linken, und zur Rechten diePatriarchen von Antiochien und Jerusalem gesessen, die dochdas Ansehen des Stuhls zu Rom, niemals bestritten haben.Endlich so ist in allen katholischen Kirchen, die linke Seite,die Evangelienseite, die doch unendlich ehrwürdiger ist, alsdie Epistelseite. Ja in einer der ansehnlichsten Provinzenvon Frankreich, deren Gewohnheiten man.einhällig weisenennet, sind die Ehrenstellen in der Kirche noch mit der lin-ken Seite, mit der Evangelienseite verknüpfet. Gehen dieandern Kirchen von dieser Gewohnheit ab; so geschieht es dar-um, weil sie sich der Mode und den Grundsätzen der Zeit,zum Nachtheile des ehrwürdigen Alterthums bequemen.

Was sollen wir nun aus diesem allen schließen? Daßdie linke Hand über die rechte gehen soll, oder daß sie we-nigstens eben soviel gelte? Nein, in dieser Absicht hat HerrMorin diese Abhandlung nicht aufgesetzt: die gesundeVernunft und das menschliche Geschlecht sind ihm viel zulieb dazu, als daß er beyder Grundsätzen schnurstracks ent-gegen laufen sollte. Er sieht es gern, daß beyde Händean ihrem Orte und bey ihren Vorrechten bleiben: er be-gehrt keine Aenderung, er erlaubet nur der linken Hand,daß sie durch eine nützliche Nacheiferung, sich, wofern siekann, die Geschicklichkeit, Stärke und Fertigkeit der Rech-ten erwerbe; ja er ermähnet sie inständigst dazu. Und wiesollte sie nicht auch von freyen Stücken, und mit guter Artdasjenige thun, was sie wohl zuweilen durch die Noth ge-zwungen, thut? Sieht man denn nicht täglich, daß sieder rechten Hand auf mechanische Weise ein Gleichgewichtmachen hilft, dadurch die ganze Maschine gesichert wird?Und sie verrichtet dieses gemeinschaftliche Amt, gewiß miteben so großer Geschicklichkeit, als ihreSchwester. ^

XIV. Herrn