Band 
Zweyter Theil.
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90 xiv. Herrn Morins Abhandlung,

den Chaldäern und Phöniciern, geht Herr Morin nachGriechenland, allwo fast aller ausländische Aberglaubenim Schwange gieng. Lucian setzt auch in der That, (äeLacriL) nachdem er von verschiedenen Opfern geredet, welcheden Göttern von reichen Leuten gebracht worden,hinzu, daß dieArmen sie mit bloßemHandküssen verehreten.Eben derselbe er-zählet (in LIoA.vLmolikLNls) daß, als Demosthenes in denHänden der Soldaten des Antipatersgewesen, und von ihnendie Erlaubniß erbethen ,in einenTempel zu gehen,bey welchemsie ihn vorüber führten, indem er hinein gegangen, die Handan den Mund gebracht; welches seine Wache gleich für einZeichen der Andacht gehalten: allein die Ohnmacht in wel-che er bald darauf fiel, und die Aussage der Magd diesesRedners, lehrten sie bald, daß es die Wirkung des Gif-tes gewesen, welches er zu sich genommen. Endlich be-merket er in seinem Tractate vom Tanzen, daß die India-ner die Sonne verehret, indem sie sich vor ihr niederge-worfen, und die Hände an den Mund gebracht: worinnensie von den Griechen abgiengen, die diesen Gott, bloßdurch Händeküssen verehreten.

Eben dieser Gebrauch kam von den Griechen auf dieRömer, und Plinius rechnet ihn (l-ib. 28- Lsx. 2.) zu sei-ner Zeit unter die alten Gewohnheiten, deren Ursprung undUrsache man nicht wüßte: In aciorauclo , sagt er, äexte-rani acl olculum releriinus. Apulejus (in ^yolog.) schilteinen gewissen AemilianuS einen Ohngötter, weil er, so ofter einen Tempel vorbey gieng, aus Unglauben unterließdie Hand zu küssen, und so die Götter anzubethen. Undwenn er von der Psyche redet, (llvlet. lüb. 4. g2.) so

sagt er, sie sey so schön gewesen, daß man sie wie die Ve-nus verehret; indem man die rechte Hand geküsset, und >den Zeigefinger auf den aufgerichteten Daumen gelegt.Minutius Felix erzählet (in Oäavio) daß als CacilianuSeinen serapischen Götzen erblickt, er sogleich die Hand anden Mund gebracht und selbige geküsset. Und wenn wir demJesuiten Pater Besson glauben, so sah man zu seiner Zeit in

unsrer