Band 
Zweyter Theil.
JPEG-Download
 

96 xv. Hm. von Valois Abhandlung,

ße Menge goldener und silberner Gefäße weihet« undschenkte. Hierinnen folgten ihm Crösus sein Nachfolger,viel andere Könige und Fürsten, verschiedene Städte, jaselbst einige reiche Privatleute nach; die alle, gleichsamaus Nacheifer, stückweise, theils Stühle und Gefäße,theils Schilde, Kronen und silberne und goldene Bildseu-len von allerley Größe, daselbst zusammen häuften.

Der erste, der seine ruchlose Hand an die Schätze desdelphischen Tempels legte, war ein Sohn des Kriuö, Kö-nigs der Tubäer. Die Schriftsteller berichten uns nichtden Namen dieses verbrecherischen Prinzen; allein, daHesioduS und Apollodor anmerken, daß Kriuö von derEucibia einer Tochter des Polutus, drey Söhne gehabt,nämlich den Asträus, Pallas und Perses; so muß dieseThat nothwendig auf einen von diesen drey Titaniden kom-men. Diese Geschichte ist so alt, daß man ihren Zeitpunktnicht festsetzen kann.

Der heil. Augustin erzählet im 8- Buche von derStadt Gottes, daß DanauS, König zu Argos, da er mitgewaffneter Hand in Griechenland eingedrungen, den del-phischen Tempel geplündert und verbrannt habe. Dieseandere Plünderung durch den Danaus, fällt auf das 1509oder 1508 Jahr vor Christi Geburt.

Nach dem Danaus bemächtigten sich auch die Dryo-pen der Reichthümer des delphischen Tempels; und ließensich nicht einmal mit diesem Kirchenraube begnügen, son-dern legten sich auf den Straßenraub, durchstrichen dieLandstraßen, beraubten die Reisenden, und alle, die dasOrakel um Rath fragen giengen. Apollodor erzählet, daßHerkules diese Räuber zerschlagen, und den Laogaras, ih-ren König, nebst seinen Söhnen mit eigenen Händen er-mordet. Diodor von Stellten giebt diesem Könige derDryopen einen andern Namen: er nennet ihn PhylaS undsagt, daß er zur Strafe des Verbrechens an dem delphi-schen Tempel, von dem Herkules umgebracht worden; derzu gleicher Zeit die ganze Nation der Dryopen aus ihrem

Lande