von den Reichthümern des Tempels rc. 95
fall, in dem ersten Jahre der acht und fünfzigsten Olym-pias, oder, nach dem Eufebius, noch ein Jahr früher,das heißt, im vierten Jahre der sieben und fünfzigstenOlympias.
Der fünfte Tempel ward gegen das vierte Jahr dersechs und sechzigsten Olympias, ungefähr um das zizteJahr vor C. G. angefangen. Herodot berichtet uns, daßdie Alkmeoniden, welche vom PisistratuS aus ihrem Lan-de waren vertrieben worden, und sich damals zu Delphisbefanden, diejenigen gewesen, welche mit einer Summevon dreyhundert Talenten, den fünften Bau des delphi-schen Tempels, so wie man ihn zur Zeit dieses berühmtenGeschichtschreibers gesehen, über sich genommen. Allein,da die Alkmeoniden nicht minder großmüthig, als reichund mächtig waren; so machten sie das ganze Vordertheildes Tempels, auf eigene Kosten, von parischem Marmor;ungeachtet selbiges, nach dem Vergleiche, den sie mit denAmphyktionen getroffen hatten, nur bloß von Steinenseyn sollte. Dieser fünfte Tempel ward von den Thraciern,in der hundert vier siebenzigsten Olympias geplündert.
Endlich ward der delphische Tempel zum sechstenmaleauf Veranstaltung der Amphyktionen wieder erbauet. Die-ses lesen wir im Pausanias, der uns noch überdieß berich-tet, daß der Baumeister ein Korinthier, Namens Spin-taruS gewesen.
Nach dieser Erzählung untersuchet HerrValoks,wor-innen denn die so gerühmten Schahs des delphischen Tem-pels bestanden, welche von den Griechen, seit den ältestenZeiten her, durch das einzige Wort an-
gedeutet worden.
Im Anfange bestanden gleichwohl alle Reichthümer desdelphischen Tempels, nur in einer großen Anzahl ehernerGefäße und Stühle: wenn man dem TheopompuS glaubt,der uns versichert, daß es damals noch keine Bildseulen,nicht einmal von Erzt, darinnen gegeben. Gyges, Königin Lydien, war der erste, der diesem Tempel eine sehr gro-