Band 
Zweyter Theil.
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n6 xix. Nadal von der Freyheit dev

Dionysius von Hcrlikarnaß, der den Ursprung die«ser Gewohnheit untersuchet, sagt, sie komme weder vonden Umbriern, noch von den Lucaniern, noch von an-dern italiänischen Völkern; sondern es sey eine bloße Erfin-dung der Griechen, die er mit der alten atheniensischen Co-mödie vergleicht.

Allein, würde man nicht auf einen viel gewisser» Ur-sprung gehen, 'wenn man sagte, diese Gewohnheit sey inalten Zeiten bey allen Festen und Spielen eingeführt gewe-sen? Man weis, daß sie insonderheit bey den Saturnaliengeherrschet, allwo die Freude und Ungebundenheit sogardurch Religionsbefehle erlaubt waren, und daß bey solchenGelegenheiten, die Knechte ihrer Herren so wenig ; alsdie Mägde ihrer Frauen, in denen Festen geschonet, dieman Marronalia nannte.

Bey den Hochzeiten war diese Freyheit noch erlaub-ter. Dahin flüchteten sich die schmutzigen Zweydeutigkei-ten, und alle die frechen Possen, welche durch die klügereund gemäßigtere Comödie von der Schaubühne waren ver-bannet worden.

Die Circenssschen Spiele hatten, wenn wir dem Dio--nystus von Halikarnaß (^m. 7.) glauben, eben auch

ihre lustigen Personen, bey dem feyerlichen Aufzuge dieserSpiele, welcher vom Capitel bis an den Circus gieng. Mansah Leute dabey, die in Silenen und Satyren verkleidetwaren, alles, was dabey noch so ernsthaft zu seyn schien,nachäfften, und zuweilen sogar die andächtigen Gebräucheselbst, lächerlich machten. Kurz, man sieht Spuren ebendieser Ungebundenheit, sogar bey den Leichgeprängen: all-wo man Gaukler einführte, welche eine dem Verstorbenenähnliche Larve trugen, und ihn in allem nachahmten, waser in seinem Gange, in seinen Geberden, oder Sitten, son-derbares gehabt hatte.

Nach-