124 XXI. Pinart wegen einer Stelle
XXI.
Hrn.Pinarts Abhandlung,
wegen einer Stelle im ersten Buche
Samuelis (^). 1714.
E^in gelehrter Domherr, hatte den Herrn pinarr überden wahren Sinn folgender Stelle des l B. Sam.C. zo. v. 7. zu Rathe gezogen, allwo , nach derVulgata, David zum Hohenpriester Abjarhar sagt: sp-plica aci »ne L^bocl, et gpplicuit D.ivüii L^lioci. Da erihn nun befragte, ob David das Ephod (den Leibrock) desHohenpriesters angelegt gehabt, und das Urim undThummim, selbst um Rath gefragt? so trug Herr Pi-nart seinerseits die Sache der Akademie vor, und ant-wortete nachmals seinem Domherrn, ungefähr folgendes.
Es gab bey den Hebräern verschiedene Arten vonEphod. Eines war nur von Leinwand , und dergleichenwar das, was David anlegte. Dieses Ephod war ganzeinfach, ohne Brustschild, ohne Achselstück, ohne Schriftder Namen von zwölf Stämmen, und folglich sonder Urimund Thummim. Es war ein Rock, ungefähr von der Art,wie die Leibröcke der Domherren, ohne Aermel, an denSeiten bis unten aus aufgeschnitten, und worüber maneinen Gürtel anthat.
Dieses Ephsds bedienten sich die Priester, die Levi-ten, Propheten, und sogar auch vornehme Leute, bey öf-fentlichen Feierlichkeiten. Der Prophet Samuel trug einEphod von bloßem Leinen, und die fünf und achtzig Prie-ster, welche Doeg ermorden ließ, hatten eben dergleichen.
Die
(*) Zn der' Vulgaka heißt dieß das I B. der Könige.