im i B. Samuelis. 125
Die andere Gattung von Ephod, oder Leibröcken,und die nur vom Hohenpriester getragen werden konnte,war von ganz anderer Art, ex Kygcintlio, purpura, coc-cino, auro et bvsto retorw, mit allen andern Zierrathen,deren die heil. Schrift gedenkt.
Es war weder dem David, ungeachtet er ein Königund Prophet war, noch irgend einem andern erlaubt, die-sen Leibrock anzulegen, außer dem Hohenpriester allein. Eswird auch auf dieser Stelle des I B. Samuelis nicht ge-sagt, daß David sich die Freyheit genommen, dieß priester-liche Gewand anzulegen: Im hebräischen Texte steht:NILdLN Ntv^N biügAilcbgli nali et bgepkoö,
welches, von Wort zu Wort, nichts anders heißt, alsgppeopmgunrc kac guaeko gci ine Lpboci; oder nach an-dern , mei cauia, propter me : so daß was auS diesenWorten herauskömmt, dieses ist, daß David, entwedervom Hohenpriester Abjathar seinen leinenen Leibrock ge-fordert, um bey Befragung ks Orakels eine anständigereKleidung zu haben; oder, daß wenn er dieselbe bereits an-gelegt gehabt, er diesen hohen Priester gebethen, näher zukommen, sich ihm ganz nahe zu setzen , mit dem hohen-priesterlichen Leibrocke angethan, damit er die Antwortdes Orakels desto genauer hören und verstehen möchte.
Eine große Anzahl Ausleger, Cunäus selbst , unddie geschicktesten Rabbinen, haben geglaubt, David habebey dieser Gelegenheit die priesterlichen Verrichtungen ver-waltet : und diese Erklärung haben auch die mehresten Aus-leger denen Worten heiliger Schrift reZale Lacerciotium,gegeben. Sie haben geglaubt, die königliche Würde seymit dem Priesterthume verbunden, und eines sey von demandern unzertrennlich. David sey Priester und König zu-gleich gewesen; Aaron, und die Hohenpriester, so ihm ge-folget sind, hätten zugleich die königliche Würde besessen.
Nun ist es wahr , daß der Hohepriester eine unum-schränkte Macht, in allem dem besaß , was den Gottes-dienst, die Kirchengebräuche, Zierlichkeiten, und inson-derheit