Stelle im Plinius. 189
Zeugnisse an, die er aus dem Epigenes und Bero,sus , die astronomischen Beobachtungen betreffend,welche die Babylonier harren stechen lassen, entleh-net. Denn der Schluß, den er aus diesen Zeugnis-sen ziehe, ist eben so viel, als dieMeynungdie er kurzvorher vorgetragen harre: so laurec sem Schluß:LctLliius lincruriim ulns. jTkun ist nichts ungereim-ters als diese Folgerung, wenn man voraussetzt,er habe so geredet, wie man es in den Handschriften,und in denen Ausgaben seines Buchs findet, in wel-chen man folgendes liest : „Epigenes, ein ernsthafter„Schriftsteller versichert, daß die Beobachtungen der ba-bylonischen Sterndeuter 720 Jahre enthalten; diejenigen,„die ihnen die allermindeste Ausdehnung beylegen, wie„BerosuS und Kritodemus thun, eignen ihnen 480 Jahre„zu: folglich ist der Gebrauch der Schriften ewig. Und„ich halte mit Recht dafür, daß er in Assyrien allezeit üb-„lieh gewesen.,,
Auf diese Gründe stützt sich die Meynung dererjenigen,welche glauben, deö plinius Text habe einer Verbesserungnöthig. Es kömmt also, sagt der Herr Abt Sevin, allesdarauf an, daß man zeige, diese Veränderung sey viel un-nöthiger, als jemand glaubt.
Es ist gar nicht wahrscheinlich, daß Berosus je-mals von einem so wundervollen Alterthume der Beobach-tungen hätte reden sollen; und folglich hatte man, anstattder 480 Jahre, keine 480000, eben so wenig dls 720000Jahre, anstatt 720 setzen müssen. Berosus hat nimmer-mehr diese fast unendliche Zahl von Jahrhunderten ange-nommen ; zum mindesten findet man keinen Beweis davon,in denen Ueberbleibseln dieses Schriftstellers, die die Zeitverschonet hat. Weit gefehlt, daß er darinnen eine solange Reihe von Beobachtungen festsetzen sollte, so sagt ervielmehr mit ausdrücklichen Worten: daß die zu Babylonvorhandenen Denkmäler, nur eine Geschichte von i50000