Krissa und Cirrha. 85
gen, nach Herrn lVhelers Beobachtungen, und nachdes Herrn de Liste Charten, diese zwo Städte fast aufeinem Grade der Länge, und fast 20 Minuten oder zweyDrittheil Grade Unterschied in der Breite; woraus dennfolget, daß ptolomaus diese zwo Städte nur auf einGe-rakhewohl und ohne alle Beobachtung gestellet hat.
Was den plinius betrifft, so ist zwar sein Ansehensehr wichtig Mvenn er ein ausdrückliches und vorsetzlichesUrtheil fallet, aber ein ganz anders ist es, wann er nurverschiedene Nachrichten sammlet. So aber muß mandasjenige nehmen, was er hier sagt, eguiäem plura tram-icribo, guam crecio (-7). Nun seht dieser Schriftstellerdie Lage von Cirrha ausdrücklich und genau fest, dahinge-gen er Arissa nur in einem Register der phocidisthenStädte mit nennet; das aber auch so unrichtig ist , daßdie Städte der Lokrier, z. E. Amphissa und Bösrien,so wie Bulis, mit darinnen stehen. So ist es ihm mehfals einmal begegnet, daß er eine und dieselbe Stadt undVolk, verdoppelt, ja verdreyfältigt; weil ihrer in denenNachrichten, die er zu Rathe gezogen, unter verschiedenenNamen Erwähnung geschehen war.
Aus allen diesen Beweisen nun schließt Herr Lrerer,daß zum mindesten seit Homers Zeiten, die Städte Cirr-ha und Rrista, von einander nicht unterschieden gewesen;und daß Rrissa, welche ehemals auf einer Höhe eine hal-be Meile vom Meere erbauet gewesen, nachdem sie sich derStadt Cirrha bemächtiget, und sich ihres Hafens bemei-siert, von der Zeit an diese zwo Städte nur eine einzigeausgemacht.
Ungeachtet also dieser gelehrte Streit, durch so vieleUntersuchungen ganz ausgemacht zu seyn schien; so tratdennoch der Herr Abt Gedopn, nach einigen Tagen, auchnoch auf den Plaß, und behauptete, daß Cirrha und
Fz Rrissa
(e) Lsp. z.