86 ix. Dalois, von den Städten
Arissa niemals zwo verschiedene Städte gewesen waren.Weil er den parrstrnias überseht, und den Text mit histo-rischen und kritischen Noten erläutert, so nahm er sich auchdieses Streites an. Er ist aber deswegen gegen seinenSchriftsteller gar nicht eingenommen, und giebt ihm in die-sem Falle, über die andern Alten welche von Griechenlandgeschrieben haben, keinen andern Vorzug, als den ihm dieganze Welt in diesem Stücke einräumen muß. Da eralso zugesteht, daß Herr von Valois di?'vornehmstenErdbeschreiber, Geschichtschreiber und Gelehrte für sich hat,die man sowohl unter den Alten als Neuern kennet: so se-tzet er, als eine der weisesten Lehren der Critik voraus, daßman die Stimmen wohl prüfen, und nicht nur zählen müsse;und nach diesem Grunde, glaubt er, paustrmas sey allenandern vorzuziehen. Denn, sagt er, wenn zween Schrift-steller, deren Verdienste fast gleich sind , eine Sache ver-schiedentlich erzählen: welchen von beyden soll man demÄndern vorziehen? Denjenigen, der sie nur so obenhinund gleichsam im Vorbevgche» berühret; oder denjenigen,der mir Vorbedachte, ausführlich und richtig davon schreibt?Denjenigen, der auf anderer Leute Wort davon schreibt,oder denjenigen, der als ein Augenzeuge redet?
Srrabo, ptolomaus und plmius, gehören zurersten Classe ; pausanias hingegen, widmet der Beschrei'bung von phocis ein ganz eigen Werk, und die Wahr-heit zu sagen, das ganze Buch dieses Schriftstellers istnichts anders, als eine Reise durch Griechenland. Allen»halben redet er als ein richtiger Reisender, der alles gese-hen, alles untersuchet hat, und die geschcidesten Leute desLandes zu Rathe gezogen. Nun urtheile man, wer meh-rern Glauben verdienet, der Geschichtschreiber, oder derErdbeschreiber: wenn die Rede von einer solchen Sacheist als hier abgehandelt wird ? Soll denn aber des pau--strnias Ansehen ganz allein die Sache nicht ausmachen?Ist es wohl natürlich, zu glauben, daß dieser Schriftsteller,der eine so umständliche Nachricht von phscis macht, ver-
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