Band 
Dritter Theil.
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X.

Herrn Fourmonts Abhandlung,

von den Regeln der Critik, die man beob-achten muß, wenn man verstümmelte Texte wiederherstellen will; nebst einigen Beyspielen, wor-aus deren Gebrauch erhellet.

1720.

an darf gar nicht zweifeln, daß die Critik die vor-nehmste Ursache derjenigen Aufnahme gewesen,zu welcher die freyen Künste und schönen Wissen-schaften, seit ihrer Wiederherstellung, in Europa gelangetsind. Man weis was dieselben, einem Lipstus, Scali-ger, Drusius, Murecus und andern, zu verdankenhaben. Da aber diejenigen, welche sich dieser Art vonStudien ergeben wollen , nicht allezeit dessen ganzen Um-fang einsehen: so hat der altere Herr Fourmom, folgendeBetrachtungen über die Regeln, in Vorschlag gebracht,welche man beobachten muß, wenn man darinnen fortkom-men will. Und da er in selbigen die Schwierigkeiten zeiget,die sich bey jedem Schritte äußern, und auf wie mancher-ley Art die Handschriften haben können verändert und ver-stümmelt werden; so zeigt er zugleich die Wichtigkeit einerArbeit, welche man oftmals nur als eine Beschäfftigungeines Sprachlehrers ansieht, der auf nichts anders, als aufTöne, Wörter, und Redensarten, zu sehen hak. Erzeigt, daß eine große Aemsigkeit dazu gehöre; eine über-aus große Richtigkeit um wohl zu urtheilen; eine weit-läuftige Gelehrsamkeit, dasjenige, wenn es sich schickt, an-

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