Band 
Dritter Theil.
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92 X. Fourmont, von den

sind, weil es so wenig gute Übersetzungen giebt, insonder-heit wenn es auf die morgenländischen Sprachen ankömmt,deren Art uns so unbekannt ist. Was aber an einem Kunst-richter noch mehrere Aufmerksamkeit, und ein sehr weitläuf-iges Erkenntniß erfordert, das ist die Veränderung derCharackere. Die Lateiner, Griechen, Hebräer, Syrieru. a. m- sind ja nicht allezeit bey einerley Schriftzügen ge-blieben. Jedes Jahrhundert hat eine Aenderung darinngemacht. Und haben nicht selbst erwähnte Völker verschie-dene Schriftzüge gehabt ? Gleichwohl ist es oft geschehen,daß man eine Handschrift erst viele Jahrhunderte nach de-ren Verfertigung abgeschrieben. Wie viele Fehler wirdnun hier nicht ein Abschreiber gemacht haben, der an dieZüge einer von ihm so weit entfernten Zeit, so wenig ge-wohnt ist? Dieser einzige Umstand deutet schon den Kunst-lichtern unzählige Schwierigkeiten an, wenn sie die Texteder Alten verbessern wollen.

Will man hievon noch mehr überzeugt werden, so werfeman nur die Augen auf 20 oder zo griechische oder lateini-sche Handschriften. Ist die Rede vom Hebräischen, so be-merke man den Unterschied der jüdischen und samaritani-schen Züge. Ist sie vom Syrischen, so sehe man, wie diegewöhnliche Schrift von derjenigen abweicht, die manEstranguelo nennet: im Arabischen aber, vergleiche mandie jetzige Schrift, mit der Aioufickijchen.

Bey dieser Gelegenheit sagt Herr Fourmont , daßer in Ansehung des Hebräischen, diese Schwierigkeiten garoft erfahren, wenn er von einer Handschrift eines deutschenJuden, zu der Schrift eines spanischen, gegangen ist; imSyrischen aber, durch den Unterschied , welchen er unterden syrischen und dem barbarischen gefunden. Will man'nun noch die Aehnlichkeit verschiedener Buchstaben, z. E.des und , und vieler andern griechischen Zeichen dazurechnen; will man das Resch und Dalech der Hebräer,und einer Menge arabischer Buchstaben dazu nehmen, wel-che