Band 
Dritter Theil.
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IZO XVI. Verlöt, Charakter des Augustus,

Er war kaum achtzehn Jahre alt, und kam erst aus derSchule zu Apollonia: war aber schon so kühn, daß er die Re-publik zerstören und sich die oberste Gewalt anmaßen wollte;ja was noch wunderbarer ist, ohne irgend eine von denenParteyen auf seiner Seite zu haben, die sich bey dem Todedes Dictators entsponnen hatten. Seine Verwandten undFreunde, selbst die Anhänger der Freyheit, widersetzten sicheinem so kühnen Vorhaben vergebens: nichts konnte ihnbewegen; und da er keine andere Stütze hatte, als deneinzigen Namen Cäsar, so wagte er es, ihnen allen Wider-stand zu thun. Da er aber nicht Macht genug hatte, sichgegen alle diese Parteyen zugleich aufrecht zu erhalten, sowar er so listig, sich nach und nach mit ihnen zu verbinden,und sich Wechselsweise ihrer Feindseligkeiten und Waffen zubedienen, um sie einen nach dem andern aufzureiben, undfolglich den Grund seiner Hoheit auf ihrem Untergänge zubauen.

So sah der Plan aus, den er sich machte, und davoner nie abwich. Kein Mensch wußte was von diesem gro-ßem Vorhaben, er ließ nichts, als den Entschluß blicken,den Tod seines Vaters zu rächen: ja Liesen nahm er zumVorwande, sich zu waffnen an. M. Antonios bedientesich eben dieses Vorwandes, um die Legionen so unter ihmstunden, zurück zu ruffen. Wer nun ihr Bezeugen nurvon außen betrachtete, der meynte, sie würden zusammenstoßen, um einerley Absicht auszuführen; allein sie hattendringendere Ursachen, die sie antrieben. Antonius strebteebenfalls nach der obersten Gewalt; und da sie dieses anein-ander merkten, so wurden sie Feinde. Vergebens bemüh-ren sich Cäsars Freunde sie zu versöhnen; sie umarmtensich wohl, aber ihr Mistrauen ließ nicht nach: und da siesich in allen ihren Absichten durchkreuzten, so währete auchihre Freundschaft nicht lange. Antonius rächte sich durchVerachtung, und begegnete dem jungen (Dctavius als einemSchüler; indem dieser Schüler, welcher äußerlich seine